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ſei ein Sünder, ſo ſage ich dem Gewiſſen, ich ſtehe an Chriſti Statt, und Chriſtus an meiner Statt. Wahr iſt es, ich bin ein Sünder; doch Chriſtus ſtarb für Sünder. Wahr iſt es, ich verdiene Strafe; doch wenn mein Bürge ſtarb, warum ſollte Gott die Schuld zweimal fordern? Unmöglich! Er hat ſie vernichtet. Es iſt nie ein Gläubiger in der Hölle geweſen, und wird nie einer hineinkommen. Wir ſind frei von der Strafe, und brauchen nie davor zu erzittern. Wie ſchreck— lich ſie auch ſein mag— wenn ſie ewig iſt, wie wir wiſſen, daß ſie es iſt— uns berührt ſie nicht, denn wir können ſie nie erdulden. Der Himmel wird ſeine Perlenpforten aufſchließen, um uns einzulaſſen; doch die eiſernen Höllenthore ſind für immer gegen jeden Gläubigen verſchloſſen. Herrliche Frei. heit der Kinder Gottes! | IM 3. Doch es bleibt noch eine auffallendere Thatſache auf. zuführen als die beiden erſt genannten Dinge, und ich fürchte 1 ö faſt, daß ſie einige von euch bezweifeln werden; nichtsdeſtoJ weniger iſt es eine göttliche Wahrheit— und wenn ihr ſie ö nicht möget, müßt ihr ſie eben ſtehen laſſen, daß, wo der . Geiſt des Herrn iſt, da Freiheit von der Schuld der || Sünde iſt. Dieß iſt das Wunder der Wunder. Von dem Augenblick an, wo der Chriſt glaubt, iſt er wirklich nicht länger ſchuldig. Nun, wenn ihre Majeſtät die Königin in ihrer Güte eines Mörders verſchont, indem ſie ihm Pardon ſchenkt, kann dieſer Menſch nicht geſtraft werden; dennoch .. wird er ein ſchuldiger Menſch bleiben; wenn ſie ihn auch MM tauſendmal begnadigt, und das Geſetz ihn nicht erreichen kann, wird er doch ſchuldig bleiben; das Verbrechen wird immer 9 auf ſeinem Haupte ſein. Doch der Chriſt iſt nicht blos von . der Knechtſchaft und von der Strafe erlöst; ſondern auch k wirklich von der Schuld entbunden. Es iſt dieß etwas, wor— .|. über ihr euch verwundern müßt.„Was!“ ſaget ihr,„iſt ein AM Chriſt nicht mehr ein Sünder in Gottes Angeſicht?“ Ich .. antworte, in ſich ſelbſt betrachtet, iſt er ein Sünder, doch in . der Perſon Chriſti iſt er ebenſowenig ein Sünder als der Engel Gabriel; denn ſchneeweiß wie Engelsflügel ſind, und

