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irrungen, in allem Suchen nach Schönem und Hohem, ihn nicht vergeſſen konnte. Wenn er ſpäter die Werke der römiſchen Redner durchgeleſen und ſich an ihren Ge­danken und an ihrer ſchönen Sprache faſt berauſcht hatte, dann fühlte er doch in allen eine leere Stätte: Er war nicht darinnen. Solche Mitgift kann wohl auf Jahre vergeſſen und auch verachtet werden; aber ſelten geht ſie ganz verloren. O ihr Mütter, ſäumet nicht, denket nicht, daß es noch zu früh ſei mit euren Kindern. Frühe in Gebet und Unterweiſung eingepflanzt, wächſt der Herr ſo mit dem Kinde zuſammen, daß es ſpäter nicht an ſich ſelbſt, nicht an feine liebe, kindlich glückliche Jugend denken kann, ohne an ihn zu denken. Er ſteht dann da als der Herr, welcher in der Kühle des Abends mit im Paradieſe wandelte. Und wenn er nicht mehr mitwandelt, ſo preßt er doch der Seele einen Seufzer aus um das, was ſie verloren hat; zugleich aber auch einen Seufzer um das, was ſie wiederhaben möchte. Mit dem ſiebenten Jahre beſuchte Auguſtin nach römiſcher Sitte zuerſt die Schule. Aber die Schulbänke waren dem lebhaften Knaben hart. Der Lehrer war ein Heide, eine chriſtliche Schule gab es in Tagaſte noch nicht. Die Lehrart war überaus lang­weilig und hölzern, ja recht hölzern, denn der Stock war die Seele des Unterrichts. Die Ruthe war bei dem Hei­den nicht mit dem Paternoſter umwickelt. Ballſpielen, in den ſchönen Bergen Numidiens umherſtreifen und Vögel fangen war dem lebhaften Knaben angenehmer, als das ABC und das Einmaleins. Lieber hörte er Fabeln und Mährchen erzählen, als die hölzerne Leier auf der Schul­bank. Schon dieſe Begierde nach Erzählung in den Kin­derherzen iſt ein Fingerzeig Gottes, daß ihnen frühe die bibliſchen Geſchichten erzählt werden ſollen. Gott der Herr hat dieſen Drang ſelbſt in ſie gelegt. In dieſen großen Thatſachen haben ſie Lebensſtücke. Die kleinen Herzen freuen und erquicken ſich daran. Dazwiſchen müſſen dann, gleichſam als eine trockene Speiſe zwiſchen den Lieblingsgerichten, auch die todten Gedächtnißſachen mit gelernt werden. Wenn Auguſtinus aus ſeinen Bergen