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Schämt euch boch nicht mehr! Ihr thätet's gern, aber ihr könnt es nicht laſſen. Auguſtin hätte ſich manchmal gern nicht geſchämt. Aber dieſe Röthe rückt mit Gewalt herauf. Wer erſt ſein Blut bannen kann, daß es dem Gewiſſen, welches hinter dem Blute liegt, nicht mehr ge­horcht, der hat es weit gebracht. So weit iſt Auguſtin nie gekommen. Drittens iſt er innerlich den beſſern Re­gungen nie ganz entfremdet worden. Wenn es ſich mit der Wahrheit thun ließ, war ſie ihm doch lieber, als die Lüge; Freundſchaft Anderer that ihm wohl; und vor Verworfenheit und Unwiſſenheit behielt er immer noch einen Widerwillen. Nur redete er ſich ſelbſt vor, daß ſein Treiben noch keine Verworfenheit ſei. Es gehörte ihm das zur freien Bewegung des Jünglings. Er lebte größtentheils unter Heiden und ihre Begriffe von Freiheit ſind dem Fleiſche willkommener, als die chriſtlichen. In jenen letzten Reſten, die ſich freilich oft in die innerſte Verborgenheit zurückgezogen, erkennt er ſpäter die Wahr­zeichen der verborgenen Einheit mit Gott, aus welcher er herſtammte. Alle Sünde iſt Unruhe. In einem ſpätern Gebet von ihm heißt es:Zu dir haſt du uns erſchaffen, o Gott, und unſer Herz iſt voll Unruhe, bis es Ruhe findet in dir. Ihr Mütter, die ihr dieſes leſet, habt vielleicht eure Söhne auch mit der Sorge der Monica auf eine gelehrte Schule geſchickt. Ihr habt bei den meiſten volles Recht zu dieſer Sorge. Auch eure Kinder können da zu Heiden, wenn auch zu etwas feinern Heiden werden. Ihr habt es auch wohl ſchon erlebt, daß der Sohn, welcher hinausging mit dem gewiſſen Kinderglau­ben, innerlich verarmt und zerriſſen wiederkam. Er hält ſeine Armuth zur Zeit nicht für Armuth. Die ſalſche Weisheit, die Augenſalbe der Schlange, macht ihn vor­nehm. Ein leiſes Lächeln ſpielt bei dem alten Glauben um die jungen Lippen. Die Bänder der Zucht ſind lockerer geworden. Er weiß ſelbſt nicht, was er verloren hat. Aber du weißt es. Was willſt du thun? Bete, ringe und ſinge an der Brandung:Stille! ſtille! denn mein Kind muß wiederkommen. Herr, bringe es heim,