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Schanden gemacht, damit die Gnade ihre ganze Herrlichkeit an ihm offenbare.— Wir möchten in den Dingen, an welche Auguſtin auf Zeiten ſein Herz hingegeben hat, eine feſte Reihenfolge halten. Es war darin die Ordnung des gewöhnlichen Lebens. Erſt kommt das Theater. An dem leichtfertigen Luſtſpiele hatte er keine Luſt, nicht weil ihn die Leichtfertigkeit angewidert hätte, ſondern weil ihm die dargeſtellte und vorgeſpiegelte Luſt nicht genügte. Die Trauerſpiele waren ihm der Pfeffer zum ſüßlichen Alltagsleben. Später hat er es erfahren, worin eigentlich der Drang nach dem Theater ruhet. Es iſt die tiefe innere Hohlheit, welche die Leute hineintreibt. Wenn ſie eine wahre innere Geſchichte hätten, wenn ſie täglich ſtünden in der Erkenntniß der Sünde, hätten fie Trauerſpiel genug. Und wenn ſie ſich täglich freueten Gottes ihres Heilandes, hätten fie nicht ein Luſtſpiel auf der Bühne, ſondern die ſeligſte Wahrheit im eigenen Herzen. Der innere Bankerott füllte damals und füllt noch heute die Schauſpielhäuſer. Wie das Herz durch dies halbe Mitleben mit erdichteten Perſonen abgebraucht wird, wie dieſe reichen Gnaden Gottes, Schmerz und Freude, an Spiel verſchwendet werden, wie Mitleid und Thränen leicht wegverſchüttet werden an Perſonen, denen man weder helfen kann, noch will: das hat er ſpäter tief genug erkannt. Die Capitalien der Seele werden für Flitter hingegeben; aber ſein Elend zu beweinen hat man keine Thränen.— Auguſtin ſcheint an der Bühne bald einen Ueberdruß gefunden zu haben. Nach ſeinen Studentenjahren 371— 74 kommt Nichts mehr von Hang nach derſelben vor.— Studentiſche Rohheit und Renommiſterei war in Carthago gründlich zu Hauſe. In die Vorleſungen mißliebiger Profeſſoren ſtürzten ganze Rotten mitten unter dem Vortrage wüthend hinein. Ehe die Vorleſung geſchloſſen war, entfernten ſie ſich in derſelben Weiſe. Von Anfang an hatte Auguſtin an ſolchem Weſen einen Ekel. Er hat es ſpäter als Lehrer der Beredſamkeit in Carthago ſelbſt leiden müſſen. In Rom erfuhr er noch eine ärgere Unſitte. Mitten im Halbjahre näm

