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Rettung der Seele, als die Ceremonie mit dem Halbtodten. Der Kranke kam bald darauf wieder zu klarem Bewußtſein. Jetzt erlaubte ſich Auguſtin gegen dieſen ſelbſt ſpöttiſche Bemerkungen über das an dem Bewußtloſen vollzogene Sacrament. Dieſer aber verabſcheut ſolche Rede und ſagt ihm bündig in's Geſicht, wer ſein Freund ſein wolle, dürfe nicht weiter ſo ſprechen. Sonſt von Auguſtin abhängig wie ein Kind, ſtand oder vielmehr lag er ihm todtkrank gegenüber wie ein Mann. Seine Gegenrede wollte der Getroffene ſparen bis zur Geneſung. Aber dieſe erfolgte nicht, denn der Herr nahm den Freund nach wenigen Tagen weg: Auguſtins Trauer grenzte an Verzweiflung, denn er kannte ſeinen eigenen ſpätern Gedanken noch nicht: Der allein verliert keinen Theuern, dem Alle in Demjenigen theuer ſind, welcher nicht verloren gehen kann. Eine Wendung in ſeinem Glauben brachte aber auch der Tod des Freundes nicht hervor. Monica hatte es auch gehofft, aber umſonſt. Wie tief und faſt einzig ſie ſich mit dem Heile ihres Kindes beſchäftigte, das zeigt ein Traum aus dieſer Zeit. Ihr träumte, ſie ſtehe tief bekümmert mit thränendem Auge auf einem hölzernen Richtſcheit. Plötzlich ſieht ſie einen ſchönen Jüngling in glänzendem Gewande und leuchtender Heiterkeit. Er naht ihr, lächelt ſie auf's Freundlichſte an und fragt:„Warum biſt du ſo ſehr traurig und weinſt täglich?“ Sie antwortete: „Ach, mein Sohn, es geht in's Verderben!“ Er erwiderte: „Sei nur getroſt und ſieh dich um; wo du biſt, da iſt er ja auch!“ Monica wendete ſich um und ſah den Sohn auf demſelben Richtſcheite ſtehen. Vor Freuden wacht ſie auf und der Traum iſt weg. Am Morgen erzählt ſie dem Sohne den Traum. Dieſer deutet ihn ſo, daß die Mutter eine Manichäerin werden ſoll. Aber die klare raſche Frau fällt ihm in's Wort und ſagt:„Nein, nein, mir iſt nicht geſagt:„Wo er iſt, da biſt du auch,“ ſondern: „Wo du biſt, da iſt er auch!“— Durch den Tod des Freundes war ihm Tagaſte öde geworden. Es trieb ihn fort. Wer den Herrn nicht hat, dem wird jede Stätte kahl, wo ihm feine hermalige Liebe geſtorben iſt. Er muß

