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neuert, Sachsenhausen befestigt und der Rath durch 22 Personen verstärkt, lauter Maßregeln, welche nur zum Heile der Staot aus- schlagen konnten, die zwar noch manche Fehde zu bestehen hatte, aber unter Kaiser Marimilian auch in dieser Hinsicht Ruhe bekam. Bald waren die alten Wunden wieder geheilt, der Wohlstand nahm zu, fünfte und Gewerbe blühten, die Wiffenschaften wurden genährt und gepflegt und durch die Erfindung der Buchdruckerkunst und die Reformation die allgemeine Intelligenz nicht wenig gefördert.
Von den wichtigsten Folgen für die Stadt war die Reforma, tion, welche auf Einmal wieder den Gemeinsinn weckte und das Volk aufmunterte, sich des übermäßigen Drucks zu entledigen, den besonders die Geistlichen ausübten. Schon im Jahre 1509 zeigte sich durch .das neue Gesetzbuch der Wille, zeitgemäße Verbesserungen eintreten zu lassen und als Luther mit glühendem Eifer sich der heiligen Rechte der Menschheit wieder annahm und in die trübe Zeit wie eine flammende Leuchte eintrat, da wandten sich auch die Frankfurter mit Freuden der geläuterten Lehre zu. Als im Jahre 1525 ein allgemeiner Bauernkrieg ausbrach, sah sich schon der Rath genöthigt, einige Concessionen zu machen und besonders den Anmaßungen der Geistlichen Einhalt zu thun. Später stellte er zwar die alten Verhältnisse wieder her, die neue Lehre hatte aber Bestand und Frankfurt trat im Jahre 1546 dem schmalkal- dischen Bunde bei, nachdem die Stadt lange gezögert hatte, diesen entscheidenden.Schritt zu thun.
Die Stellung der Stadt als kaiserliche Wahlstadt und evangelischer Stand war sehr schwierig und Freund und Feind benützten dieselbe, um Erpressungen aller Art von ihr zu erzwingen. Sie öffnete im Jahre 1552 dem Kaiser die Thore und hatte dann eine fünfwöchentliche Belagerung auszuhalten, so wie vielfache Bedrückungen zu leiden, bis endlich der Passauer Vertrag eine Art Waffenstillstand hervorrief, während dessen allgemeines Mißtrauen sich überall kund gab, ein Theil den andern beobachtete und diese allgemeine Verwirrung von Einzelnen benützt wurde, um die Leitung des Ganzen in die Hand zu bekommen. So schwanden Gemeinsinn und Biedersinn, die Privilegien wurden ängstlich geheim gehalten, durch Wucher die Bürger ausgesaugt und die öffentlichen Gelder veruntreut, oder leichtsinnig verschleudert. Als Kaiser Matthias im Jahre 1612 die städtischen Privilegien bestätigte, mußten

