Wicdecgesunden.

klüger, Nichts davon zu zeigen: wird doch das Ver­trauen durch Geringes scheu. Nach Verlauf eines Augen­blicks fing er von selbst wieder an und warf sich mitten in seine Erzählung, wie um der Verlegenheit des Ueber- ganges zu entgehen.

Eines Tages, sagte er, es war ein Sonntag, war das Wetter so prachtvoll wie heute; ich war nieder­geschlagen von dem Gefühl meiner Einsamkeit, und nicht wissend, was thun, kam ich auf den Einfall nach Versailles zu gehen und die Wasserwerke spielen zu sehen. Mein Einfäll hatte, wie Sie sehen, Nichts be­sonders Poetisches. Auf der Eisenbahn fand ich mich an der Seite eines alten Herrn, der öfters das Wort an mich richtete und dem ich, gegen meine Gewohnheit, ziemlich verbindlich antwortete, denn in dieser Beziehung ist mir die englische Steifheit ein wenig eigen: mit dem Ersten Besten knüpfe ich nicht gern eine Unterhaltung an. Aber mein Reisegefährte hatte etwas so Gut- müthiges und Offenes, ein so freimüthiges Lächeln, eine so sympathische Stimme, daß es unmöglich war, ihm Stand zu halten. Es war ein Mann von etwa sechzig Jahren, mittlerer Größe, aber stark und wohl­gebaut, mit schneeweißen Haaren und einem Gesicht frisch wie das eines jungen Mannes. Er trug einen Strohhut und hellen Sommeranzug. Die wenigen Worte, die wir wechselten, ließen mich begreifen, daß ich mit einem glücklichen Menschen zu thun hatte und daß sein Inneres ebenso ruhig und harmonisch war wie sein Aeußeres. Als wir angekommen waren, grüßte er mich und schickte sich an zuerst auszusteigen, aber eine Be­wegung des Zuges brachte ihn aus dem Gleichgewichte und er fiel. Ich stürzte zu und half ihm aufstehen, indem ich ihn fragte, ob er verwundet sei. Er meinte, es wäre Nichts, er habe wie ein junger Arensch ab- steigen wollen und sei dafür bestraft worden; wenn er einige Schritte gegangen sein würde, dürfte man wohl nichts weiter merken. Da er, wie es schien, eilte, sich