von den Grenzen des Oceans her mit seinen letzten Strahlen begrüßt, entgcgengestreckt mit der stehenden Bitte, daß es in seiner himmlischen Wohnung bleiben möge? Aber wenn es mit dem Abend hinschied, so kehrte es mit dem Morgen zurück, und es sah die Jahrhunderte in die Ewigkeit verschwinden, die Gene­rationen einander in's Grab nachjagen, und den end­losen Wechsel der Tugenden und der Verbrechen. Kurz war sein Licht über der Ehre Italiens; lang über seinem Schmerz und seiner Schmach. Weh mir! ich hatte nie geglaubt, daß die Völker den Tod der In­dividuen sterben könnten. Und in welchem Auge bricht nicht die Thräne hervor, wenn das wehmüthige Licht des Mondes und der Sterne aus der Höhe auf die schweigsamen Gefilde der Erde herabschaut? Eine Stimme himmlischer Harmonie ertönt von dem Um­schwung der Sterne am Himmel, eine Stimme ewigen Gesanges, und obschon sie wegen der allzugroßen Ent­fernung das Ohr des Erdensohues nicht erreicht, so stößt sie ihm doch ein heimliches Gefühl ein, einen un­überwindlichen Kummer, welcher traurig liebliche Er­innerungen in seiner Seele erweckt und ihn zum Weinen zwingt.*) Schön bist du, o Himmel Italiens, sei es, daß die Nacht oder der Tag dich erheitere, und ein wahrhaft göttliches Werk. Zur Zeit, da Italien als Königin der Welt prangte, warst du ihr ein passendes Zeltdach; aber jetzt .... die Tapfern sind gestorben, die Denkmäler zerstreut, der Ruhm selbst entschwunden und warum, o Himmel, wechselst du nicht gleichfalls deine Stätte? Der Grabmantel der Schönheit ist nicht dunkel; das Volk wählt ihn von heiterer Farbe, es schmückt ihn mit den Blumen der Freude und sucht sich zu rauschen über ein Leben, das nicht mehr ist, so

") Das ist die Ansicht des Pythagoras.