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Elftes Kapitel.

Der Pilger.

Vier Tochter hatte, Königin jedwede,

Naimund Berlinghier, und seinen Glanz Verdankt' er einem fromm bescheidnen Pilger.

Doch als er der Verleumdung Stimme höret Und Rechnung fordert von dem Gottesmann,

Der ihm statt zehn stets sieben und fünf erworben;

Da wendet dieser ihm gekrankt den Rücken,

Verläßt das Reich so arm. wie er gekommen,

Und pilgert bettelnd weiter durch die Welt.

Paradies, 6. Gesang.

Aus 8an Jago in Galizien zurückgekehrt, schleppte eines Abends ein ehrlicher Pilger seinen müden Leib durch die Straßen von Marseille; erschöpft durch die Last der Jahre und den langen Weg, suchte er eine Pilgerherberge, wo er die Nacht über seinen Gliedern Ruhe gönnen könnte. Nachdem er viele Straßen der Stadt durchwandert, blieb er vor einem prächtigen, glänzend beleuchteten Palast stehen, von wo ein har­monisches Conzert von Instrumenten und Stimmen sich hören ließ: er sah kostbar gekleidete Damen und Ritter ein- und ausgehen; er sah Knappen in emsiger Geschäftigkeit, Haushofmeister, die mit ihren silbernen Stäben hin und hereilten, damit alles in guter Ord­nung vor sich ginge; Seneschalle und Bediente, welche die Treppen auf und abliefen, und in kostbaren Ge- fässen ausgesuchte Erfrischungen trugen: kurz alles deu­tete an, daß man drinnen ein großes Fest feierte. Der Pilger näherte sich einem Manne aus dem vor der