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Gismonda schlägt ihre Augen auf und gewahrt ihren Mißgriff; sie bricht in ein leises Weinen ans und folgt ihrer Gebieterin, indem sie mit dem glücken der Hand die beihrünten Wimpern trocknet.

Sie mochten kaum zwanzig Schritte über die Thüre hinaus gekommen sein, als die Fräulein ihre erheuchelte Betrübnis; abwarfen und sich unter tausend heitern Scherzreden fröhlich im Saale umher bewegten. Ade- lasia von Alsalone, ein Fräulein von anmulhigen For­men und eitlem Herzen, nahm Jsolda Cavella beim Arm und sagte lächelnd zu ihr: ..In Wahrheit, Jsolda, ich habe in meinem Leben nie so viel geweint wie heute, selbst nicht zur Zeit, als meine Tante, Gräfin Serena glorreichen Angedenkens, in den langen Winterabenden mich im Saale des Schlosses von Campobasso an dem Herd ihrer Ahnen Platz nehmen ließ!

O was mich betrifft " versetzte Jsolda,so fühle ich, daß das Weinen etwas Gutes ist; ehren wir es nicht als das Zeichen eines zärtlichen Herzens? Was die Seele schmückt, muß auch den Körper zieren/' So sprechend, machte sie sich von Adelasias Arm los, nahm eine fein polirte Silberplatte und begann mit zieräffi­scher Eitelkeit ihr eigenes Bild darin zu beängeln.

Gott möge verderben I" sagte ein altes Fräu­lein, Mathildis von Arena, indem sie kopfschüttelnd ihr nachschaute.Seit der einfältigste Minnesänger, der da an den Hof kam, ihr vorgesnngen hat. daß ihre bethränten Augen im Himmel und auf Erden nicht Ihresgleichen hätten, würde'sie sich, um ihnen eine Thräne zu entlocken, nöthigenfalls, glaube ich, einem Schwefeldampf aussetzen."

Und Ihr müßt wissen," fügte schnell ein hageres, langes, garstiges Fräulein, Namens Amdolina Benin- casa, hinzu,Ihr müßt wissen, daß Jsolda in jenen Zeiten auch dann weinte, wenn sie gerne gelacht hätte;