227
„Demnach scheint es mir, daß Ihr mich als einen Feigling bezeichnen wollt, und dami: sagt Ihr Etwas, was keinen Sinn hat; ich will Euch einen Ehrenmann nennen, und dann werden wir Beide eine Lüge oder eine Thorheit gesagt haben/'
„Drengott!"
»Ei was! werfen wir dieses Gewand der Tugend, das uns als Straßenräubern nicht ansteht, ab; seht Ihr nicht, daß wir darin dem Teufel in einer Kapu- zinerkutte gleichen? Betrachten wir uns in unserer Nacktheit; sie ist scheußlich, aber wir haben Muth genug, ihren Anblick zu ertragen; nennen wir uns frischweg Schurken; wozu es auch verhehlen? dies glaubt uns ja doch Niemand. Sehl hier, jeder von uns trägt, sei es nun zur Ehre oder zur Strafe, das Kainszeichen aus der Stirne. Zieht so lang Ihr wollt die Mutze über die Augen, das Zeichen wird durch das Tuch durchdringen und sich sichtbar machen; oder es wird Euch ergehen wie jener Frau, die, um die Häßlichkeit ihres Gesichtes zu verbergen, ihren Unterrock über den Kopf zog und dadurch die untern Theile bloß zeigte. Seien wir wenigstens aufrichtig, da wir einander durch Verstellung nicht täuschen können; entsagen wir dem Schein einer Tugend, die uns keinen andern Gewinn bringen kann, als den Hohn des Teufels. — Wenn wir uns ganz unbedenklich und ohne Gesetze als Schur- keu zeigen, so ist dies weit vortheilhafter, als mit dem Gesetz die ehrlichen Leute zu spielen: im ersten Fall, bist Du immer sicher, weil Du Dich in Acht nimmst;
stieß ein gellendes Geschrei aus und warf sich vor dem Löwen nieder, der sie streng anschaute und ihr ihren Svhn zurückgah als dieser herangewachsen war, rächte er die Seele seines Vaters und wurde Orlanäueeio vom Löwen genannt. (Villani, Buch VI.)

