Rache. Von diesem Augenblick an kannst Du nicht mehr in meiner Burg wohnen; schon ist eine Stunde über Mitternacht vorüber, am Himmel steht ein Ge­witter; aber bewaffne Dich und zieh dahin: das ein­zige Zeichen, bei welchem sich die Brücke von Nadico- fani sür Dich hinabsenken wird, ist der Kopf Benin- casa's. Der Sturm heulte, aber ich achtete nicht darauf; in Gesellschaft meiner Gedanken ritt ich nach meinen mir widerrechtlich geraubten Gütern. Die Va­sallen sahen das blutige Hemd, sie sahen den Sohn des guten Ritters, wie er den väterlichen Spieß führte und alle versprachen mir Hilfe; ich wählte ihrer Vier­hundert, und schnell wie meine Ungeduld kamen wir nach Rom, nach Rom, dem großen Skelett. Wir sind am Fuß des Capitols! mir war. als hörte ich aus diesen prächtigen Ruinen die Gespenster der Römer seufzen; einen Augenblick vergaß ich meine Rache nur einen Augenblick. Ich verließ meine Gefährten und stieg ganz allein die Treppen hinan. Ein Mann von kleiner Statur, leichenblasser Farbe, mager, voll Runzeln auf Stirne und Wangen, blätterte mit lahmer Hand in einem dicken Buche; beim ersten Anblick fühlte ich mich von dem Eckel ergriffen, den eine garstige Sache dir erregt, so daß du zurücktrittst, um deine Schuhe nicht zu beschmutzen; dieser Eckel hat mich seitdem immer ergriffen, wenn Leute von der Toga mir vor die Augen traten; sie sind in Wahrheit der Abscheu aller menschlichen Laster; Verkäufer sinn­loser Worte, feil wie die Seele des Judas, gründen sie ihre Kunst auf die Streitigkeiten zwischen den Men­schen, häufig zwischen Bruder und Bruder, oder zwi­schen Vater und Sohn; schamlos sondergleichen decken sie mit ruchlosen Händen die Blößen unsres Geschlechtes aus, erregen die Wuth nach dem Besitze und säen gleich Drachenzähnen den Grundsatz aus, daß es in der Welt keine edle Leidenschaft gebe, die einem Stück gemüriz-