Teppich belegte Tafel, an welcher die schönsten römi- scheu und französischen Damen, die gewöhnlichen Richter in Kämpfen dieser Art, saßen, und ans einem höheren Sitz die Gräfin Beatrix als Königin; auf einem Bänkchen neben dem Tisch saß der Connetable Gib? Lebrun mit einem Pergamentbuch in der Hand, um darauf die Namen und Wappen derjenigen einzuzeich- nen, die sich zum Turnier anmelden würden: die übrigen Ritter standen theils bewaffnet, theils in seidene« Festkleidern rings herum.
Jetzt war die neunte Stunde vorüber und noch immer zeigte sich Niemand, der die Herausforderung annehmen wollte; so groß war der Nuf dieser französischen Ritter, daß selbst die Tapfersten sich nicht getrauten gegen sie aufzutreten. Guido von Monsort der ein ledernes Wamms trug, ging unter seinen Waffenbrüdern umher und sagte lächelnd einmal ums andere: ..Habe ich's Euch nicht gesagt?"
Die von der Schaulust herbeigelockte Menge blied mehrere Schritte von den Schilden der Herausfordem hinweg unbeweglich stehen, als verböte ihnen eine Zan- berlinie naher zu treten. Die römischen Damen schauten unter der Menge umher, ob nicht irgend einer ihm Verehrer sich blicken ließe, und als keiner zum Vorschein kam, schlugen sie beschämt ihre Augen nieder: die Französinnen frohlockten über die Schmach Italien?.
Die Menge spaltet sich: ein Ritter von schönes Wuchs, mit herabgelasienem Visir, einen Schild tragend, worauf sich ganz dieselbe Gestalt, wie auf dm Schilde Monforts, nur in ihrer natürlichen Haltung abgemalt befand, grüßt zuerst die Damen und schlagi dann mit dem Eisen seines Spießes an das beschimpfende Wappen des ersten Herausforderers; in demselben Augenblick sieht der Ritter ein anderes sehr massenhaftes und mit gestandenem Blut gefärbtes Eise« an dasselbe Wappen schlagen; er kehrt sich also um B

