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4 Frankreich.
thum und die Macht in Haͤnden; dem gemeinen Volke blieb nichts als Sklaverei und bittere Armuth.
Gallien bildete eine Art von Bundesſtaat. Die meiſten Staaten wurden von einem einzigen Reichen oder Koͤnige regiert, welchen die Krieger oder der Adel waͤhlten. Dieſe Koͤnige waren nichts weniger als unumſchraͤnkt, und einer derſelben ſagte zu Caͤſar: „der Staat hat eben ſo viele Gewalt uͤber mich, als ich uͤber ihn.“
Jahrhunderte lang hatten die Nömer mit den Galliern in Italien zu kaͤmpfen, und die Unterjochung dieſer bahnte ihnen endlich den Weg in das eigent— liche Gallien, das heutige Frankreich. Schon hatten fie Städte, wie Aix und Narbonne, gegruͤndet, ſchon die Provence unterjocht, als endlich Julius Caͤſar in 8 blutigen Feldzuͤgen won 58 bis 50 v. Chr.) durch ſein Genie, durch Roͤmiſche Kriegszucht und Kriegs— gluͤck über die Galliſche Tapferkeit triumphirte. Die Politik des Siegers ſaͤete Zwietracht unter die Ver— buͤndeten, machte ſich Bundesgenoſſen und Parthei—gaͤnger, und uͤberwand ſie durch einander ſelbſt. So ungeſtuͤm die Gallier beim Angriff waren, fo leicht verloren ſie den Muth im Ungluͤcke. Colonieen hatten begonnen, was die Eroberung vollendete, die Gallier wurden Roͤmer, man gab ihnen die Kuͤnſte und neue Sitten, und zuͤgelte ſie durch die Verfeinerung. In keinem Lande ſchlugen Roͤmiſche Sprache, Sitten und Einrichtungen fo tiefe Wurzel als hier; fo daß nach einigen Jahrhunderten Gallien zwar die Wohlthaten eines gebildeten Zuſtandes genoß, aber auch alle Laſter der Verfeinerung angenommen hatte, und das entar—
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