Hiſtoriſche Einleitung. 13

Koͤnig Deſiderius damals das ganze noͤrdliche Ita­lien beſaß, und die mit dem Paͤpſten in ewigem Streite lebten, beſiegte Carl 773; De ſiderius ward gefangen und in ein Kloſter geſchickt, und die Be ſitzungen des Papſtes anſehnlich erweitert. Die Sla viſchen Volker im Offen: von Deutſchland wurden theils unterjocht, theils in ihre Graͤnzen zuruͤckgetrieben. Den hartnaͤckigſten Kampf hatte Carl indeß mit den noch heidniſchen Sachſen, einem armen und tapferen Volke, deſſen einziges Verbrechen es war, daß es die Abhaͤngigkeit von Fremden haßte. Haͤufig geſchlagen und zum Frieden gezwungen, brachen ſie mehrmals unter ihrem tapferen Wittekind wieder hervor, und es koſtete Carl 32 Jahre, von 772 bis S804, ehe es ihm gelang, die Sachſen zu uͤbermannen und ſie zur Annahme des Chriſtenthums zu zwingen. Er he kaͤmpfte ſie durch Lehrer des Chriſtenthums und Be ſatzungen, und ſchien ſie nur bekehren zu wollen, um ſie deſto leichter zu uͤberwaͤltigen. Tanuſende derſelben ließ er niedermetz eln, ganze kerſchaften dieſer Un­glücklichen verpflanzte er in andere Gegenden ſeiner Staaten. Carls Reich erſtreckte ſich von der Eider bis jenſeits Rom, und von der Raab in Ungarn bis an den Ebro. Unermuͤdlich war er dabei, für die innere Wohlfahrt ſeiner Staaten zu ſorgen; er des muͤthigte die maͤchtigen Vaſallen, brach ihre Macht, indem er an die Stelle großer Herzöge mehrere Gypa fen ſetzte; durchzog in unaufhoͤrlichen Reiſen ſein weites Reich, um mit eignen Augen zu ſehen, und ſendete haufig Abgeordnete(missı regi), welche die Ver waltung der Grafen und Biſchoͤfe unterſuchen mußten.