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16 Frankreich.
machte, und unter Ludwig XIV. feine hoͤchſte Boll
endung erhielt. Robert, Hugo Capet's Sohn,
war ein ſehr andaͤchtiger aber ungluͤcklicher Fuͤrſt. Unter feiner Regierung, 997— 1031, wurden zu Or—
leans viele Ketzer werbrannt und es entſtand eine ſolche
Hungersnoth, daß man Menſchenfleiſch aß. Hein: rich I, Sohn des Vorigen(von 1031—60), hatte anfangs gegen die Koͤniginn Mutter, Conſtanze,
zu kaͤmpfen, welche feinen Bruder wider ihn aufwie—
gelte. Bemerkenswerth iſt, daß in dieſer Zeit die allgemeine Herrſchaft der Paͤpſte feierlich ausgeſprochen ward. Die Gewalt des Fendalweſens, welches faſt 3 Jahrhunderte auf Frankreich laſtete, hatte den hoͤch—ſten Grad erreicht, der Zuſtand des gemeinen Mannes war wenig von dem des Zugviehes unterſchieden. Jeder konnte ſeinen Leibeignen ſchlagen, verſtuͤmmeln, ja ſelbſt toͤdten, und das alles ungeſtraft. Faſt alle freigebornen Leute hatten ihrer Freiheit von ſelbſt ents ſagt, um den Bedruͤckungen der Edlen weniger aus— geſetzt zu ſeyn. Dieſe aber richteten, pluͤnderten und brandſchatzten ihre Vaſallen auf das Grauſamſte. Das Feudalgeſetzi kein Boden ohne Herrn, faßte Wurzel, und fo gab es keine Freifkätte mehr gegen die Menſchen, welche, wenn auch von Natur nicht ſchlimmer als andere, in dieſer Unordnung Räuber von Handwerk waren, denn wer nicht unterdruͤckte,
ward unterdruͤckt. Die Edelleute und die Geiſtlichen
plünderten einander gegenſeitig, und richteten das Volk zu Grunde. Koͤrperkraft und Kirchengewalt herrſchten
allein. Wo die Fauſt alle Rechtshaͤndel entſchied, und jede Beleidigung entgalt, hatte die Gerechtigkeit keine

