Frankreich.

ihres Characters wegen im uͤbelſten Rufe; ſchon der Roͤmer verſchmaͤhete Corſiſche Selaven wegen ihrer Faulheit, ihres Schmützes und ihrer Boͤsartigkeit, und die Verbannung nach Corſica galt für eine der haͤrteſten Strafen. Die lange Untetjochung hat nicht wenig dazu beigetragen, dieß Volk trage, hinterliſtig und im hoͤchſten Grade rachſuͤchtig zu machen. Der Corſe iſt gewohnt ſetẽ bewaffnet zu gehen; jede Beleidigung wird mit Blut geraͤcht, und die ganze Familie übernimmt die Rache des Erm or deten. Des Eigenthums und der Perſonen Sicherheit beruht darauf, daß man einer zahlreichen und maͤchtigen Familie angehork⸗ man weiß dann, daß man. für empfangene"Deleidsigüngen einen Naͤcher hat, wenn man ſith ſelbſt nicht mehr raͤchen kann. Ehrlos wäre der, der ſeinen Bluts vort andten nicht raͤchen wollte. Nicht nur die Peron ſeines Feindes taſtet der Corſe an, ſöndern auch deſſen Eigenthum, Früchte und Vieh, und er hart und lauert, wie ein Irokeſe, ſo lange, bis ſeine Nache beftiedigt iſt Den Fremden, mit welchen man nicht in Blutrache lebt nimmt man gaſtlich auf welches um ſo mehrt werth iſt, da es gaͤnzlich an Wirths haͤuſern fehlt. Alle Nachbarn äußern lärthend ihre Freude über! den? Angekom me; nen. Der Corſe iſt nicht ohne Anlage und Geſchick, aber hoͤchſt traͤge, daher alle ſchwere Arbeit den Wei; bern anheim fällt, indeſſen der Mann in fuͤßer Bes hoglichkeit faullenzt, und ſeine Zither ſpielt. Fur ihre Unabhaͤngigkeit und Trägheit opfern ſie alles auf. Es kommen alljaͤhrlich 4 bis 5000 Arbeiter aus Italien und arbeiten hier ein halbes Jahr,