bald alle Zeit und aller Zeitwechſel für den Helden des Stücks vergehen konnte, daß es fünfundzwanzig Minuten auf zwei Uhr war, als die Geſchwornen ſich zurückzogen.
Im ganzen Verlauf einer peinlichen Gerichtsverhandlung iſt vielleicht kein Zeitabſchnitt aängſtlicher als der, während deſſen die Geſchworenen ſich berathen. Der Gefangene, wie es ſchien, heftig ergriffen von dem Gefühl ſeiner Lage, blieb in ſeinen Sitz zuräckgelehnt und bedeckle das Geficht mit den Händen. Die, welche in feiner Nähe ſtanden, bemerkten indeß, daß feine Bruſt ſich nicht mit der krampfhaften Bewegung zu heben ſchien, wie es hei Leuten in ſeinem Zuſtande gewöhnlich iſt, und daß nicht einmal ein Seufzer oder eine heftige Geberde ſein Inneres verrieth. Die Geſchwornen waren etwa zwanzig Minuten entfernt geweſen, als ein Geräuſch im Saale gehört wurde. Der Richter wendete ſich mit gebieteriſcher Strenge nach der Seite hin, woher es kam. Er bemerkte einen Mann in groher Kleidung und gemeinem Ausſehen, der fich gewaltſam durch die Menge zum Richter hinzudrängen ſchien; und in dem Augenblick ſah er, wie einer der Gericht diener ſich dem Ruheſtörer nicht eben in freundſchaftlicher Abſicht näherte. Der Mann, der die Abſicht des Gerichtsdieners wohl errieth, rief mit großer Heftigkeit:„Ich will dies da dem Lord Oberrichter übergeben; ſchlag mich der und jener, wenn ichs nicht thue!“ und während er ſprach, erhob er hoch ein ſchmutziges Stück Papier, welches unförmlich zu einem Briefe zuſammengelegt war. Sobald Brandon die plumpen Züge des zudringlichen Fremden erblickt hatte, wandte er ſich nicht mit feiner gewöhnlichen Gemeſſenheit

