fie eine Taube verfehlt, immer eine Krähe tödtet wenn ſie nicht den Schuldigen ereilt, doch ſonſt Jemand trifft. Wie jedes Vergehen ein Geſetz erzeugt, fo umge­kehrt auch jedes Geſetz ein Vergehen und daher ſchreiten wir immer vor, Sünden und Übel, Fehler und Miß­griffe vervielfältigend, bis die Geſellſchaft zum organi­ſirten Inſtitut zum Beutelſchneiden wird.

Die Wiedergeburt eines Schelmen.

Ein Mann, der in der Welt als Narr anfängt, hört oft damit auf, daß er ein Schelm wird; aber wer als ein Schelm anfängt, wenn er ein reicher Mann iſt(und alſo nicht gehängt wird), kann als ein frommes Weſen enden. Und dies iſt das Warum:Ein Schelm von Kindesbeinen an erwirbt fich hald Weltkenntniß. Ein durchgeführter Fehler macht unz klüger als fünfzig Lehrer. Aber die Weisheit macht, daß wir die Ruhe liehen, und in der Ruhe ſündigen wir nicht. Wer weiſe iſt und nicht ſündigt, kann kaum anders als Gutez thun; denn laßt ihn nur eine nene Wahrheit ausſprechen, ſo vermag ſeine Einbildungskraft gar nicht mehr das grenzenloſe Heil zu faſſen, welches dadurch für die Menſchen entſtehen kann.

Der Styl.

Seht ihr wohl ein, welch eine wunderbare Sache es um den Styl iſt? Ich glaube nicht, denn in den Auf­ſätzen, welche ihr eingeſchickt habt, verrieth euer Styl, daß ihr kein recht ernſtes Nachdenken darauf verwendet habt. So wißt denn: ihr müßt euch wohl hedenken, ehe ihr euch ein Muſter für euren Styl erwählt. Von eurem

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