35

Noth beygeſtanden, und haſt mir, wo ich es am wenigſten hoffte, väterlich geholfen, und ſelbſt jene Uebel, die ich leiden mußte, zu meinem Beſten angewendet! Und ich ſollte jetzt unzufrie­den ſeyn, meine Krankheit nicht mit Geduld er tragen, und von dir nicht das Beſte hoffen? Nein, mein Gott, ich will mich nicht ſo an dir verſündigen; ich will ferner mein Vertrauen auf dich ſetzen, denn dein Rath iſt wunderbar, deine Güte iſt alle Morgen neu, und deine Barmher­zigkeit hat kein Ende. Ich habe Gutes von dir empfangen, warum ſoll ich nicht auch das Wi­drige annehmen? ö

Wie oft, o Herr, habe ich wider deine heiligen Gebothe gehandelt! Wie manche unhei­lige Begierden, unnütze Worte, ſuͤndliche Hand­lungen haben mein Herz beflecket! Wie nun, wenn du nach deiner Gerechtigkeit, nach meinen Sünden mit mir handeln wollteſt? Du koͤnnteſt mich ja auf das ſtrengſte zuͤchtigen. Und doch iſt dieſe meine Krankheit nur eine gelinde Zuͤch­tigung zu meiner Beſſerung, und ich muß dir noch inniglich danken, daß du nicht mit noch ſchwereren Plagen mich heimgeſucht haft. Gern will ich Alles dulden, o Vater; denn ich habe ja ſo viele geſunde Tage gehabt, warum ſollte ich nicht auch Krankheiten und Schmerzen willig er tragen? Du ſucheſt damit, wie ich wohl einſehe, nur mein Beſtes; willſt mich durch dieſe vaͤter­liche Zuͤchtigung zu dir ziehen; mich demuͤthigen, weiſer und froͤmmer machen, und zur Gluͤckſe­ligkeit fuͤhren, die du mir und Allen bereitet haſt, die dich lieben. Du gibſt mir das Geringere, du wirſt mir auch das Groͤßere se. verſagen.