Erſter Abſchnitt.

Geſchichte der Kirche zu Sberleutersdorf.

Die Gründung der Kirche zu Oberleutersdorf, in welche außer Oberleutersdorf mit ſeinen ſämmtlichen Antheilen und dem Pertinenzorte Hetzwalda Mittel­leutersdorf, ſowie die ehemals böhmiſchen Ortſchaften: Niederleutersdorf, Neuwalda, Joſephsdorf und Neuleu­tersdorf, proteſtantiſchen Antheils, eingepfarrt ſind, ver­liert ſich im Dunkel der ferneſten Vergangenheit. Je­denfalls war ſie urſprünglich blos Kapelle, der Pflege des Pfarramtes Rumburg übergeben. Wenigſtens bez zeichnen alte Kirchenbücher der daſigen Stadtkirche die zur Parochie gehörenden Ortſchaften, damals Ober⸗- und Niederleutersdorf, als dahin eingepfarrt. Gewiß iſt jedoch, daß unſre Kirche ihre gegenwärtige Geſtalt durch mehrmalige Erweiterung erhalten hat.

Gleichfalls in grauer Vorzeit wurde die Kirche zu Oberleutersdorf Tochterkirche von Spitzkunnersdorf. Als ſolche findet man fie bereits in einem Spitzkunnersdor fer Lehnsbriefe vom Jahre 1448 erwähnt. Als aber der Pfarrer Merten zu Spitzkunnersdorf in der erſten Hälfte des 16. Jahrhunderts das Evangelium zu pre­digen anfing, ließ es einer der Herren von Schleinitz auf Tollenſtein, welchen Niederleutersdorf gehörte, ſeine

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