Willibald 741-787 ?

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Grabstein Wynnebalds von 1483 in Heidenheim angegebene Datum 750, das fast zur Alleinherrschaft gelangt ist, kann gegenüber den Angaben der Vita nicht bestehen. Vgl. auch Grotbe, Der hl. Richard a. a. 0. S. 91. Heideuheiin wurde als Eigenkloster gegründet; ein Doppelkloster dürfte es hingegen nicht schon bei der Gründung (Hauck, Kirchongoschichto I 8 , S. 537 und der Artikel Walburga im Kirchculoxikon XII 2 , 1180), sondern erst nach Wynnebalds Tod geworden sein (Hauthalor, Willibald in Allgemeine deutsche Biographie 43, S. 274). Die Ver­fasserin der Vita befindet sich erst seit dem Abloben Wynnebalds in Heideuheiin; was sich darnach ereignet bat, erklärt sie aus eigener Erfahrung zu kennen und zwar scheint sie schon in den ersten Tagen nacli Wynnebalds Tode angekommen zusein; denn sie berichtet aus eigener Anschauung von den Gottesdiensten, welche der von Wynne- bald herangebildete Priester nach dessen Beisetzung abhiolt. Das scheint darauf hinzudeuten, daß mit Walpurgis, als sie die Abtei Heidenheim übernahm, Nonnen daselbst ihren Einzug hielten. Vgl. auch unten no 10. Wenn die Verfasserin der Vita unter ihren Gewährsleuten auch Wynnebalds Schwester nennt, so beweist das nicht, daß Walpurgis schon unter dem Bruder in Heidenheim war; denn die, von ihr erteilte Auskunft dürfte sich hauptsächlich auf das in den ersten drei Kapiteln Erzählte erstreckt haben, während die übrigen Nachrichten, besonders die über Heidenheim und Wynnebalds Wirksamkeit daselbst von denen stammten, »qui illo in discipuhitu et ministerio sub- dili fuerant«, welche die Nonne überhaupt als ihre Hauptquelle bezeichnet. Über Wynnebald selbst siebe Hauck, Kirchengeschichto I 3 , S. 537 f.; Hahn, Artikel Wynnebald in Allgemeine deutsche Biographie 45. Bd., S. 463; Hirschmann, Artikel Wunibald in Wetzer und Weltes Kirchenlexikon XII 2 , 1825 und Sopp, Hagiographischer Jahres­bericht von 1901 und 1902 S. 49 ff. Vgl. auch Mabillon, AA. SS. 0. S. B. IV (Venetiis 1734), S. 1G0173. 5

(Attigny, 753 Juni). Willibalds Name t Signum Uuillibaldi opiscopi steht unter der (gefälschton) Urkunde dos Königs Pippin, mit der dem Kloster Fulda oin Privileg dos Papstes Zacharias bestätigt wird. Druck: MG. DD. Karolinorum I, S. 44 no 32 (als Fälschung erklärt). Reg.: Sickol, Rogesten der Urkunden dor ersten Karo­linger II (18G7), S. 2 no 7; Böhmer-Mühlbacher I- no 72 (als zweifelhaft bezeichnet). <>

Nach 754. Solnliofen. Fördort mit seinem Bruder Wynnobald dio Niederlassung und das Wirkon seines Lands­mannes, dos Priesters Sualc, in Solnhofon. Ermanrici sermo do vita sancti Sualonis dicti Soli cap. 0, MG. SS. XV, S. 158: Habuit itaquo beatus Solus post gloriosum triumphum martyrii sancti Bonifacii archiepiscopi domnum Willibalduin episcopum et Winnibaldum, germanum eins presbiterum, adiutores lapidici laboris sui, qui ei ut pro- priao gentis viro Omnibus bis in locis amininiculum ac solatium praobebant, quin et accolae regionum harum quo- cumque adventantes ei in Christo amoro froquentnis ministrabant, aliqnanti et prodii sui partem illi tradobant. Über Sualo, herkömmlich jetzt Sola genannt, vgl. Suttner, St. Sola im Pastoralblatt des Bistums Eichstätt XV (1808), S. 43 ff. und besonders die kritische Abhandlung Hirschmanns, Der hl. Sola (Ingolstadt 1894). Terminus a quo für Sualos Ankunft im Eichstättischen ist der Tod dos hl. Bonifatius (7 54); daß sio schon während der Wirksamkeit Wynnebalds im Sualafeld, also vor 761, erfolgte, kann trotz der zitierten Bemerkung des Ermanricb und trotz der Nachricht des Abtes Adelbert von Heideuheiin (l 2. Jahrhundert) in soiner Relatio (Grotser, Do divis tutelaribus S. 326), derzufolgo AVynnebald dem Sualo Altheim geschenkt haben soll, nicht als durchaus sicher gelten. Sualo gründete, wio es scheint auf königlichem Grund und Boden, im südlichen Sualafeld eine Zelle, von ihm selbst Husen (Dronke, Traditiones et Antiquitates Fuldenses, S. 94 c. 40 no 45), nach seinem Tode Suolonhus (Rudolli Miracula MG. SS. XV, S. 333), auch Cella Solonis oder Suolonis (Ermanrici sermo a. a. 0. und Rudolli Miracula a. a. 0. S. 336), später Solnliofen genannt. Eine Missionstätigkoit im eigentlichen Sinn scheint nicht seine Absicht gewesen zu sein; er wollte vielmehr der eigenen Vervollkommnung leben, doch strömte bald die christliche Bevölkerung der Umgegend zu ihm, um seine Mahnungen zu hören und seinen Segen zu empfangen. Dabei erhielt er auch manche Schenkung an Grund und Boden. Kaiser Karl gab ihm vermutlich als er 793 zum Bau eines Verbindungsgrabens zwischen Altmühl und Rezat in der Gegend weilte »cum firmissimo muiümento« den Grund, auf dem-or sich angesiedelt hatte (ipsum locum quem incoluit), zu Eigen (Ermanrici sermo a. a. 0. S. 158). Sualo selbst übergab vor seinem Tode, der am 3. Dezember 794 erfolgte die Annalos Necrologici Fuldenses MG. SS. XIII, S. 169, dio uns auch das Todesjahr überliefern, haben allerdings als Todestag den 4. Dezember, doch vordient der 3., an dem dio Eiehstätter Kirche seit alter Zeit das Fest feiert, vielleicht doch den Vorzug, all seinen Besitz an das Kloster Fulda (Ermanrici sermo a. a. 0. S. 159). Den Hauptbestandteil desselben bildeten nach oinom Suinmarium Eberhards von Fulda (Dronke, Traditiones S. 90 c. 40 no 45), der hier zweifellos der alten Traditionsimtiz folgt, Husen (Solnliofen) und Mulchheim (Mühlheim bei Möriisheim; Endo dos 9. Jahrhunderts boi Wolfhard MG. SS. XV, S. 542: villa sancti Bonifatii, quae dicitur Mulinheim). Zu einem Kloster (einer Propstei) entwickelte sich Solnliofen orst im Besitz von Fulda, das aber auch zunächst nur einzelne Möncho als Verwalter des dortigen Besitzes, Pröpste genannt, dahin exponierte; so begegnet 836 ein Propst Santharat (Rudolli Miracula a.a.O. S. 333); nach ihm wird Gundhram als »cellulae ipsius edituus« genannt (vgl. unten Regest no 49). Eberhard bezeichnet den Abt Kabanus Maurus als den, der dio von Sola begründete Propstei mit Unterstützung des Kaisers Ludwig volloudot und reich mit Gütern aus-

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