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Willibald 741-787?
gestattet hat (Dronko, Traditiones S. 61 c. 29). Die ganze Angabe ist wohl eine Erfindung Eberhards; die beigegebene Güterliste bezeichnet jedenfalls nicht die ursprüngliche Dotation der Propstoi, sondern deren Besitz im 12. Jahrhundert — die aufgeführten 20 Orte sind ohne Zweifel die 20 (ungenannten) territoria, die nach einer Zusammenstellung dos Solnhofer Bositzes durch Eberhard im 12. Jahrhundert ad ipsam curtem Solenheim gehörten; (Dronke, a. a. 0. S. 126 c. 44 no 19) —, wie ja auch die angebliche Schenkung des Kaisers Ludwig (er schonkt: villam proprktatis nostre vocabulo Mulenheim sitam in pago Sualefelt iuxta fluvium Altmule, quam nos cum alio predio nostro id est cum cella que Sole vocatur ad Fuldonsom ecclesiam pertinentem et Altheim villa quadam in nostra im- munitate habuimus, eo quod locus venationis antiquorum regum antecessorum nostrorum fuerit), eine Fälschung Eberhards ist; vgl. Dronke, Codex dipl. Fuldensis S. 324 no 528; Böhmer-Mühlbacher l 2 no 1010. 7
Um 760/61. Kcideiiheiui. Besucht seiuon Bruder in Heidenheim, der ihn nebst anderen seiner Vortrauten zu sich gebeten hat, um sich mit ihnen wegen seines Pianos, nach Monto Casino zu ziehen und dort den Kost soines Lebens zu verbringen, zu beraten. Die Herbeigerufenen bewegen Wynnebald unter Hinweis auf seinen Gesundheitszustand
— er hatte schon in seiner Jugond eine schwere Gliederkrankheit durchzumachen und war besonders in seinen letzton Lebensjahren schwer gichtleidend, so daß er auf einer Reise zu Bischof Megingoz von Würzburg und nach Fulda wiodorholt aufs Krankenlager geworfen worden war — zum Verbleiben in dem von ihm gegründeten Klostor, obwohl er vom Abt und von den Mönchen von Monte Casino bereits die Zusage freudiger Aufnahme erhalten hatte.
— Vita Wynnebaldi c. 8: MG. SS. XV, S. 112 f. — Die von dem bereits siechon Wynnebald gegen Ende seines Lebons ausgeführte Reise zu Megingoz und nach Fulda, die sich in der Tat mit Gründen der Freundschaft und der Frömmigkeit allein schwer erklären läßt, und der auffällige Plan, nach Monto Casino überzusiedeln, haben Grothe a. a. 0. S. 69 IT. in Hinblick auf die schon unter Gorhoh vollzogene Umwandlung des Klosters Heidonheim in ein Kanonikatstift Anlafl zu folgender Hypothose gegeben. Willibald habe von Wynnebald, als dessen Gesundheitszustand sein baldiges Ableben befürchten ließ, die testamentarische Überlassung des Klosters Heidenheim an das Bistum gefordert, vielleicht unter Berufung darauf, daß die von ihnen gemeinsam gegründete Abtei auch als ihr gemeinsamer Besitz zu betrachten sei. Wynnobald habe diesem Verlangen energischen Widerstand entgegengesetzt und um die Pläne Willibalds ein für allemal zu durchkreuzen, habo er trotz schweren Leidens sich auf den Weg gemacht, um sein Klostor unter don Schutz des Bischofs Megingoz von Würzburg oder des Klosters Fulda zu stellen. Als beide mit Rücksicht auf Willibald seinem Wunsche nicht entgegenkamen, habo er um Aufnahme ins Klostor Monte Casino nachgesucht und als diose freudig zugosagt worden war, Willibald vor die Wahl gestellt, entweder auf seine Piano wegen Heidenheim zu verzichten oder vor Mit- und Nachwelt schwero Schuld auf sich zu laden, wenn er den kranken Bruder ziehen ließ..So sei Willibald gezwungen worden, auf Wynnebalds Bedingungen einzugehen, die in nichts anderem als in der Garantie dor Integrität Heidenheims bestanden, wogegen letzterer sich zu dein Goständnis herbeiließ, daß das Kloster als Familiengut zu betrachten sei. Hiedurch erkläre sich dann auch am besten dio eigentümliche Tatsache, daß Wynnebalds Nachfolger in der Leitung des Klosters kein Mann wurde, sondern als nächstberechtigter Erbe seine Schwester Walpurgis. Holder-Eggor nennt im Neuen Archiv XXXIV (1908) S. 238 diese Aufstellungen »nichtsnutzige Phantasien«. — Eine andero Hypothese hatte schon vor Grothe Suttner aufgestellt: Pastoralblatt dos Bistums Eichstätt XVIII (l 871), S. 114. Auch nach ihm entsprang die Roiso Wynnebalds nach Würzburg und Fulda der Sorge um dio Zukunft seiner Stiftung. Er vermutet aber Säkularisationsgofahr von anderer Seite, nämlich von Seiten der Frankenkönigo. Um einer solchen vorzub-ugen, habe Wynnobald den Plan gefaßt, Heidenheim an Fulda zu übergeben, ähnlich wio das später Sola mit Solnhofon getan hat. Als er wegen der wirren Verhältnisse daselbst nicht ans Ziel kam, »wandte er sich nach Würzburg, um beim Bischöfe daselbst seine Schwoster aus Bischofsheim nach Heidenheim zu erhalten und ihr die Abtei als Erbgut zu übertragen, während er für seinen Teil Deutschland zu verlassen gedachte, das nur bittere Erfahrungen für ihn zu haben schien«. 8
761 Dezember 18 und 19. Heidenheim. Kommt, gerufen von seinem schwerkranken Brudor, der schon längere Zeit nicht mehr in die Kirche hatte gehen und nur hie und da au einem in seinom Zimmer orrichtoton Altar die Mosso hatte lesen können, dio er in gesunden Tagon fast nie zu feiorn unterließ, am frühen Morgen des 18. Dozembor, einem Freitag, nach Heidonheim. Wynnebald stirbt noch an demselbon Tag im Altor von 60 Jahren, nachdem er last 10 Jahre Abt von Heidonheim gowosen war. Sein Leichnam wird in die Kirche getragen, wo dio Mönche unter Gebet und Gesang dio ganze Nacht verharren und ihn am andern Tag, dem 19. Dezember, oiuem Samstag, nach der Vesper in einem schon Vorjahren für ihn horgerichtoton Steinsarg bostatten. — Dio Stolle der Vita, wolcho oinen der Schlüssol der Chronologie Willibalds und Wynnebalds bildet, lautot: Ulo episcopus noster Willibaldus iu sexta l'oria primo mano diei veniebat et introibit ot sie illum diom uovissimum pariter in hoc soculo perdueontos commorabant. [Wynnebaldusj . . . sedens coram lectulo sanetum exalabat spiritum. Tnnc Uli (sc. monachi) tollentos eum lovaverunt ot portavoruut ad aocclesiam ot illic totam uoctom cum psalmis ot ymnis ot canticis dominum lauda- bant et divinis nuuierum oblationibus illum de mundo transiturum comitabant ot domino commondabant. Et mann

