Willibald 741-787?

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von 1009: Clm 18100 f. 5 V . Das Altor Willibalds ist mit 77 Jalirou sicher falsch herechnet; selbst wenn er 781 gestorben wäre, hätte er ein Alter von 8081 Jahren orroicht, denn später als 701 läßt sich seine Geburt un­möglich ansetzen. Daß er sehr alt wurde, ergibt sich auch aus der Vita Willibaldi, die noch zu seinen Lebzeiten vorfaßt ist, in dor dio Verfasserin bemorkt, sio wolle darstellen »illiususquo adsonoctutom procossum etactonus usquo decrepitatis aetatem« MG. SS. XV, S. 88. Der Name Uuillipald ist vor dem des Freisinger Bischofs Arpio ein­getragen in den Ordo cpiscoporum . . mortuorum des älteren Verbrüderungsbuches dos Klosters St. l'etor in Salz­burg, dessen Grundstock ziemlich sicher in der 2. Hälfte des Jahres 784 outstanden ist: MG. Nocrologia II, 26, G3, 15. Da Arpio am 4. Mai 783 oder 784 starb, könnten hieraus Schlüsse zu Gunston dos Jahres 781 als Todes­jahres des hl. Willibald gezogen worden, wenn nicht dio paläographische Untersuchung deutlich zeigen würde, daß dio Namen Uuillipald und Arpio auf Rasur stehen und von einer allerdings nicht sehr viel späteren Hand geschrieben sind; ein (freilich mangelhaftes) Facsimile der Stelle sieho Neues Archiv XII nach Seito 108. Von der ursprüng­lichen Schrift sind nur noch wenige Spuren vorhanden. An der Stelle, wo jetzt »Arpio ep.« steht, sieht man noch schwache Spuron des ersten Buchstabens, vielleicht eines u, dann Reste dor Oberlängen zweier 1, weiter ganz schwach einen unter diu Zeilo gehenden Schaft, dann kommt Rasur über der Zeile (Oberlängen?) und ondlich ganz deutlich ops. Herzborg-Fränkel, Neues Archiv XII, S. 07, dürfte recht haben, wonn er bemerkt: »Dor Name dürfto Uuillipald go- lautot habon«, denn auch dio Zwischenräume zwischen den Schriftresten passen hiozu vollkommen. Schwerer ist zu sagen, welcher Name au der Stello stand, wo jetzt Uuillipald steht. Man sieht nur noch einen unter die Zeilo reichen­den Schaft, wohl von einem p, dann Spuren von Rasur über der Zoilo (Oberlängen?), endlich ps von eps. Die Ver­mutung Horzborg-Fräukels a. a. 0., daß hier ursprünglich Arpio gestanden, hat im paläographischon Bofund allein keine sehr starko Stütze, um so weniger als auch der Zwischenraum zwischen Namen und Amtsbezeichnung unverhältnis­mäßig groß gewesen sein müfito, kann aber doch nicht von der Hand gewiesen werden angesichts der Tatsache, daß schon Arpios Nachfolger Ato von der Hand des Grundstockes im Ordo opiscoporum vivorum eingetragen ist und somit Arpio unter den Toten im Grundstock oine Stolle gohabt haben dürfte. Demnach hätte ein Späteror die Namen Arpio und Uuillipald umgestellt. Was die Zeit des ersten (nunmehr radierten) Eintrages der beiden Namen botrifl't, so stammte der Name Arpio anscheinend noch von dor Hand dos Grundstockes so sicher wie Herzborg-Fränkel ist mir das jedoch nicht, dagegon ist der Name Uuillipald schon ursprünglich von oiner auderon und späteren Hand eingetragen und zwar wahrscheinlich von derselben, welche gleich daran anschließend Lul (f 16. X. 786) und Albuin (Witta von Buraburg f 780) ointrug, vermutlich nicht vor 783, da erst mit dem Sturze Tassilos dio stronge Absonderung der bayerischen Kirche gegen dio Umwelt, dio im Grundstock des Verbrüdorungsbuches sich dokumentiert, ihr Endo fand; vgl. in letzterer Hinsicht die interessanten Bomerkungon Herzborg -Fränkols a. a. 0. S. 101. Dor Grund, warum später dio Umstellung der Namen Arpio und Uuillipald erfolgte, ist nicht ersichtlich ; am nächsten scheint allerdings dio Annahme zu liegen, daß der Schroiber damit die chronologische Ordnung her- stellon wollte, also von der Ansicht ausging, Willibald sei vor Arpio, somit vor 783/84 gestorben. Etwas Bestimmtes läßt sich jedoch hiorübor in keiner Weiso ausmachen und so kann bezüglich dieses Eiutragos in das Verbrüderungs- buch, der an und für sich von ausschlaggebender Bedeutung für dio Bestimmung dos Todesjahros des hl. Willibald hatte werden könnon, nur gesagt werden, dal! er weder für noch gogon eines der zur Wahl stehenden Jahre 781 und 787 entscheidet. Den Ausschlag geben nach wio vor die beiden Urkunden no 17 und no 18 so auch Herzberg-Fränkol a. a. 0. S. 68 Anm. 1 und dieso entscheiden gogen 781; den Bischof Willibald dor beiden Urkunden nach Lefflads Vorschlag als eine vom Eichstätter Bischof verschiedene Person zu erklären, um für dioson 781 als Todesjahr zu retten, ist nicht angängig. Hauthaler, Allgomoino doutscho Biographio 43, S. 275, erblickt in dem Eintrag dos Vorbrüderungsbuches sogar oino positive Bestätigung des Jahres 786 oder 787 als Todosjahros des hl. Willibald. Beigesotzt wurdo Willibald im Chor dor von ihm in dor Nähe des alten Marienkirchloins, das er boreits vorfand, erbauten größeren Klosterkircho (über dieso: Vita Willibaldi c. 5 : MG. SS. XV, S. 104). Die letztere war falls die unter Keginold orwoiterto Domkircho (vgl. unten no 138) wirklich'noch dio von Willibald erbaute Kirche war, was grossen Zweifeln unterliegt (sieho auch unten bei Erchanbald no 72) eine dor ersten in Kreuzform erbauten Kircliou des Fnuikenreichos (vgl. Anonymus Haseronsis c. 13: MG. SS. VII, S. 257). Willibald körinte das Vorbild Wofür im Orient gesohon haben, wo er, wie sich aus dor Boschreibung seiner Pilgorfahrt in der Vita ergibt, den kirchlichen Bauton großes Interosso entgegenbrachte. Über die sog. St. Willibaldskasel im Dom zu Eichstätt (aus dor 2. Hälfte dos 13. Jahrhunderts) vgl. Braun, Dio liturgische Gowandung (1007) S. 188; obenda S. 7 7 über die Willibalds-Albe. Wegen dor Verehrung des hl. Willibald sieho AA. SS. Juli II, S. 485 510, und Mabillon, AA. SS. O.S.B. IV (Vonetiis 1734), S. 330355. 24