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Cf erhob 787?—806 ?
II.
Gerholi 787?—806?
Folgt Willibald. — Vers im Pontiflcalo Gundokars MG. SS. VII, S. 243: Gerhoch inde pius pascobat ovile secundus. — Nach dem Anonymus Hasorensis MG. SS. VII, S. 256 stammte Gerhoh aus einem vornohmon und reichen, im Bistum ansässigen Geschlecht und war ein Taufkind seines Vorgängers: Post transactum suae angelicae vitae cursum sancti Willibaldo Geroch filius in baptismo successit, vir clarus natalibus, multarum possossionum. Der reformfreundliche Heidenhoimer Kanoniker Il3ung (Mitte des 12. Jahrhunderts), der wegen der Umwandlung dos Klosters Heidenheim in ein Kanonikatstift durch Gerhoh für diesen wenig Sympathien hegt, sagt von ihm: ut dicitur, sancti Willibaldi filiastor erat (Gretser, Philipp! ecclesiao Eystettensis episcopi de eiusdem ecclosiae divis tutelaribus S. 365; Opera omnia X, S. 823). — Schlecht spricht in Eichstätts Kunst, S. 4 die Vermutung aus, Gerhoh sei von Lullus in Lorch zum Subdiakon geweiht worden. Worauf dieso Vermutung sich stützt, ist mir nicht ersichtlich. — Einem Eintrag ins Pontiflcalo f. 17 r auf dem eisten Blatt der Bischofsbilder zufolge (abgebildot in Eichstätts Kunst, nach S. 16) hätten die ersten fünf Nachfolger des hl. Willibald zusammen 100 Jahre regiert: Istiquinque episcopi Gerhoch, Aganus, Adalunc, Altuue, Otker C annos vivendo compleveruut (MG. SS. VII, S. 243). Erweist sich nach der Korrektur des Todesjahres des hl. Willibald schon dies als unrichtig, so noch vielmehr die Verteilung diesor 100 Jahre auf die fünf Bischöfe, dio Konrad von Kastel um dio Mitto des 13. Jahrhunderts durch Einträge bei den einzelnon Bildern in der Weise vornahm, daß er Gerhoh 20, Agan 18, Adalung 22, Altwin 17 und Otgar 23 Jahre zuteilte (MG. SS. VII, S. 243 d). Wie Popp, Anfang und Verbreitung dos Christentums in Süddeutschland, S. 225 Anin. zutreffend bemerkt, ist es sehr verdächtig, dall jedem dieser Bischöfe gleichsam dio nämliche Zeitdauer von 20 Jahren zugeteilt ist; nur um dio Willkürlichkeit dieser Annahme etwas zu verbergen, hat man dorn einen einige Jahre woniger, dem andern einige Jahro mehr zugeschrieben. Bei Gerhoh dürfte übrigens die Annahme oiner zwanzigjährigen .Regierung der Wahrheit ziemlich nahe kommen. 25
Um 790 i Verwandelt das (Mönchs-) Kloster zu Heidenheim in ein Stift von Säkularkanonikern. — Die Nachricht stammt aus Heidenheimer Tradition und ist in der bei Grotser, Philippi ecclesiae Eystottensis episcopi do eiusdem ecclesiao divis tutelaribus, gedruckten, aus zwei Bestandteilen bestehonden sog. Relatio Adelberti über dio Wiedereinführung der Benediktinerrogel in Heidenheim doppolt wiedergegeben. In der Appollationsschrift des Kanonikers llsung nach Korn, dem 2. Teil dor Kelatio, heiöt es a. a. 0. S. 365; Gretser, Opera omnia X, S. 823 : Gerhohus epis- copus, qui tunc Aureaconsi cathedra subnixus orat, ... oblitus religionis, quam sanctus Wunebaldus una cum sororo sua sancta Walpurga ox consetisu pracceptoquo sancti Willibaldi fratris sui opiscopi sanctissime inchoaverant, cano- nicos in eodem loco constituit et eoruin necossitati pro qualitate abundantiao illius monasterii et ut ratio dictavit, providit. Adelbert selbst sagt in seinem Bericht (a. a. 0. S. 332; Opera omnia X, S. 811): Defuncta autem sancta Walpurga et iuxta santuin Wunobaldiiin sepulta, fratre quoquo eius sancto Willibaldo opiscopo mortuo, qua auctori- tato vel qua necessitato monasticus ordo oxclusus fuerit et canonicorum saeculariuin ordo in eandem cellam subiu- troierit, certum non habenius, praesortiin cum nec privilegia nec viva testimonia propter antiquitatem tomporum indo inveniamus. — Da die Aufhebung des Klosters jedenfalls bald nach Walpurgis Tod erfolgte, so wird sio in den Anfang dor Regierung Gorhohs zu setzen sein. Das in der Frago bedoutsaino Todosjahr der hl. Walpurgis, die an einom 25. Februar starb, ist leider unbekannt; sicherlich war sie im Horbst 778 noch am Leben. Einen gewissen Vorzug unter don verschiedenen in Vorschlag gebrachten Jahren genießt das Jahr 779 (so auch Hau- thalerj Hauck, Kealencyklopädie XX 3 , S. 842, hält ein Ableben der hl. Walpurgis vor Willibald, also vor 786, für unwahrscheinlich); im Kloster St. Walburg in Eichstätt besteht nämlich dio Tradition, daß die Heilige an einem Donnerstag gestorben sei, und ein solcher war der 25. Februar im Jahre 779 (Popp a. a. 0., S. 187 f.). Allein dasselbe trifft — falls nicht überhaupt, wio zu vormuten, dio Tradition jüngeren Ursprungs ist — auch für das Jahr 790 zu und dazu würde gut die andere Tradition stimmen, daß Gerhoh das Kloster säkularisierte. Die gewöhnliche Annahme geht dahin, daß nur das Mönchskloster aufgehoben wurde, das Nonnonkloster dagegen noch einigo Jahrzehnte weiterbestand, bis es von selbst einging. — Dio Disziplin im Kloster, dio wohl schon in den Jahren des Siechtums Wynnebalds merklich gelitten hatto (vgl. dessen Malinungan seine Mönche vor soiuemTod: MG. SS. XV, S. 1 Iii), scheint unter der Leitung dor Walpurgis noch mehr sich aufgelöst zu haben; vgl. Grotho, Der hl. Richard und seine Kinder, cap. 6, S. 99 ff., der den zwei Wunderborichten bei Wolfhard (Miracula c. 2 und 3: MG. SS. XV, S. 539 f.) zugrunde liegenden Tatbestand in diosem Sinne deutet. Dios und das Streben, den Besitz dor Eichstättor Kirche zu stärken, dürften dio Motive zur Säkularisierung dos Klosters gewesen sein, dessen Verhältnisse nach Wal-

