die andern Geschöpfe auf der Erde, welche ihrem Natur­triebe folge», fuhr der Rektor fort. Sie suchen zeitig die Ruhe, und sind erwacht, ehe die Sonne den äußersten Saum des Himmels erhellt. Das will die Natur so haben! Sie hat bei einigen Thieren eine Ausnahme gemacht, bei der Nachtigall, welche die Nacht durch singet, und bei den Raubthiercn, die sich in der Nacht ihre Beute suchen; aber diese erhielten auch eine andere Einrichtung ihres Körpers."

Adelheid. Nun möchte ich doch wisien, warum der Schlaf vor Mitternacht so viel werth sei?

Großvater. Fühlet euren Puls am Abende an, sprach der Rektor, und ihr werdet bemerken, daß er sich schneller bewegt als am Morgen. Diese« ist ein fieberhafter Zustand, den man das Abcndfieber zu nennen pflegt. Ein solches Fieber bewirket Müdigkeit, Schlaf und stärkere Ausdünstung, durch welche der Körper von allen Unreinig- keilen entlediget wird. Zu der Milternachtsstunde erreicht es seinen höchsten Grad, und nimmt dann so ab, daß der Körper am Morgen seine gehörige Ruhe wieder erhalten hat. Wer nun diesen rechte» Zeitpunkt des Fiebers versäumt, und wohl gar seinen Körper zu mehrerer Thätigkeit anstrengt, der vereitelt die wohlthätige Absicht der Natur, und kaun den wahren Nutze» des Schlafe» nicht genießen, wenn er