— 100 —
überall vermuthete er Betrug und List, weil er sich dieß Alles erlaubte. Da gab eö denn nun immer Zwist und Specktackel, und mißvergnügt schieden am Abend Bernhards 4 Freunde von ihm. Statt aber darüber betrübt zu seyn, äusserte er eine große Gleich« gülkigkeit. Er nahm es wieder von sich ab, und traute seine Flatterhaftigkeit auch Andern zu. „Ey, die werden sich leicht darüber trösten;"' sprach er, als seine Schwester Nosalie ihm zu Gemüth führte, wie unrecht es wäre, seine Freunde muthwillig gegen sich aufzubringen. „Bin ich nicht mehr ihr Freund, so ist es ein anderer, und man ist ja nicht an einen gebunden, antwortete er. Aber er irrte sich. Der sanfte Oskar hatte ihn wirklich lieb gewonnen, und es krankte ihn tief, sich so sehr in Bernhard getauscht zu haben, und von ihm x unfreundlich behandelt worden zu seyn. Als dieß Theodor erfuhr, sagte er zu seinem Bruder unwillig: „Du mißt eben alle Menschen nach deiner ^lle, und diese ist recht falsch, glaube mir." - -
4

