Der Wald und seine Bewohner.

Förster Frohmuth wohnte in einer großen holz« und wildrei- chen Waldung Ostpreußens, nahe a» der russischen und polnische» Grenze. Seine Familie bestand aus fünf Söhnen und zwei Töchtern, welche die Mutter, eine kräftige, muntere und rastlos thätige Frau wohl zu regieren verstand, wenn der Vater in feinem Berufe mit den vier« gern und einigen Burschen vom.Morgen bis zum Abend in dem weit- ausgedehnten Waldrevier umherzog, und von Zeit zu Zeit Wolfe, Hir­sche und Rehe jagte, so oft die Forstpflege nichts zu thun gab.

Frohmuths Wohnhaus lag in einer offenen Gegend des Waldes, zwar rings von dem dichten Gebüsch umgeben, doch so, daß man es erst in weiter Entfernung erblickte, und eine ausgebreitete Ebene Raum für einen großen Garten und einen geräumigen Hof, und weit« läuftige Wirlhschaftsgebäude darbot. Gleich aus der Hinterthür des Gar­tens trat man in einen düsteren Tannenwald, und nur von der Seite, auf welcher das Wohnhaus lag, erblickte man die Sonne, auch wenn sie schon tief am westlichen Himmel stand.

Das ganze Haus verrieth das Geschäft seiner Bewohner. Schon in weiter Ferne kündigte das Gebell der Jagdhunde die Wohnung ei­nes Jägers an, und über der Hausthür prangte das Geweih eines Hir­sches, an dem Thorwege sahe man eine Eule mit ausgebreiteten Flü­geln angenagelt, und verschiedene andere Raubvögel umgaben den licht, lcheuen, häßlichen Vogel. In dem geräumigen Hausflur hingen Jagd­taschen, Flinten und Pulverhörner, und ei» großer Packer hielt hier Wache. Auf dem Boden lag fast zu jeder Zeit erlegtes Wildpret, oder man sahe wenigstens allerlei Spuren und Ueberbleibftl, die umherge, streuet waren.

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