und Kraft zu geben suchen, sind nur ein Spiel gegen die Leibesübungen des Makrolendienstes.

Die Schiffsglocke läutet, oder schlägt viermal an, und es ertönt die gellende Pfeife des Dootsinannes durch den Schiffsraum, welcher den Matrose» zur Wohnung dient, und der nur durch eine im Verdeck befindliche Klappe ein wenig Luft und Licht erhält. Mit lauter Stimme ruft er die Wache hinauf, um ihre Kameraden abzulösen. Beim zwei« ten Ruf muß alles auf den Beinen seyn, und auf dem Verdeck, auf dem Vorderkafieel und am Steuerruder ein jeder seinen Posten ein­nehmen.

So lange der Wind günstig ist, haben die Matrosen gute Zeit; aber ändert er seine Richtung, so müssen sie die Segel anders stellen, und dabei giebt es schon viel zu klettern; steigt seine Heftigkeit, und geht er in Sturm über, so müssen die Segel theils eingereffc, theils völlig eingezogen werden. An Strickleitern steigen nun die Mairosen hinauf bis zu der großen ivagerecht hangenden Raa oder Segelstange, um einen Theil des Segels über die Raa zu wickeln und fest zu bin­den, damit der Wind es nicht ganz fassen könne, oder die Raa wird herabgelassen, und, sobald eingereffc ist, wieder aufgezogen.

Schauderhaft >var für mich, bei einem heftigen Sturme, der uns in die Nähe der Küste von Brasilien trieb, und durch den wir also verschlage» ivurden, der Anblick der gefährlichen Verrichtungen, bei welchen die Matrosen unaufhörlich ihr Leben auf ein höchst geivagteS Spiel fetzen niüssen. Indem der Sturm die Segel mit einer solchen Heftigkeit schleuderte, daß das ganze Schiff davon erbebte, und zuwei­len in ein so furchtbares Schwanken gerieth, daß die Spitze der Segel' siange in die Fluthe» tauchte, und der Mast mit dem ganzen Schiffe sich auf die Seite legte, mitten in diesem grauenvolle» Gekünimel klet­tern die Matrosen mit einer unbegreiflichen Behendigkeit und Kalrblü' tigkeir bis zur zweiten oder drillen Verlängerung der Masten hinan. Dorr hangen in starken Taue» die Segelstangen in schräger Richtung an dem Mast; ei» starkes, aber schlaffes und schlotterndes Seil, wel­ches an den Enden und in der Mitte der Segelstange befestigt ist, dient einzig und allein den Füßen des verwegenen Seemannes zum Ruhepunkte. Auf diesem Seil gehen sechs bis acht Matrosen äußerst