und wohl aufgehoben waren sie auch. Eines Sonntags erlaubte der Vater den Kindern die bekannte Wanderung. Da sie den Weg oft gemacht hatten, und denselben gut kannten, ja ihn fast blindlings finden konnten, so wurde ihnen keine Begleitung von erwachsnen Personen mitge­geben. Dicßmal wurden sie von der Frau Pastorin be­sonders freundlich aufgenommen, dennoch aber bey guter Zeit entlassen, so daß sie, wenn sie ihres Weges ruhig und in gemäßigtem Schritte fortgiengen, bey guter Zeit vor Einbruch der Nacht, zu Hause eintreffen konnten. Dieß letztere geschah aber nicht.

Zwischen Elberfeld und der Stadt lag noch ein Dorf, welches die Kinder passiren mußten. Bis hieher kamen sie auch glücklich, aber hier hielten sie sich auch langer auf, als sie sollten. In dem Dorfe war nämlich eine Hochzeit, und was dabey vorzufallen pflegt, das wißt Ihr schon, Kinder! Der geputzte Bräutigam mit der Braut, die Brautjungfern und Junggesellen und eine Menge geschmückter Gäste mit ihren Kindern und ihrem Gesinde, alles war in wogender Bewegung, und für Grünewalds Kinder eine große Neuigkeit. Zwey volle Stunden hielten sie sich hier auf, ohne an ihre Rückkehr zu denken. Herr Grünewald war den Bauersleuten sehr wohl bekannt; denn sie kauften ja alle Gcwürzwaarcn bey ihm; daher wurden die Kinder liebreich aufgenom­men, und man trank ihnen sogar fleißig zu. Endlich besann sich doch das älteste Mädchen, daß es Zeit wäre nach Hause zu eilen, und den Rückweg nach der Stadt anzutreten. Aber es war schon finstre Nacht, und in dem Wäldchen, durch welches sie hindurch mußten, konnte