XI.

Licht.

dem Lichte nicht nur nicht zu gokeln , sondern auch vorsichtig damit umzugehen, wenn man etwas bey Lichte zu suchen hat, ist eine sehr nothwendige und nicht genug zu empfehlende Lebensregcl. Darum trafen unsre treuher­zigen Vorfahren die Einrichtung, daß der Nachtwächter alle Abende den Bewohnern der Städte und Dörfer ein: Bewahrt das Feuer und das Licht, damit kein Schade geschieht!" zurufen mußte. Möchte nur dieser Zuruf von allen, die ihn hören, zu Herzen ge­nommen und beachtet werden. Leider überhört man ihn; aber er enthält eine sehr heilsame Mahnung an Vorsicht.

Karl und Luise, beyde Kinder eines namhaften Man­nes 'n einer Stadt, hatten die Erinnerung des Nachtwäch­ters auch gehört, aber nicht darauf geachtet. Leichtsinn und Unüberlegtheit hatten den Eindruck, den der Zuruf das erstemal machte, längst geschwächt. Wie leicht hätte dieser Leichtsinn sie selbst und ihre Eltern und vielleicht noch mehrere Menschen in großes Unglück stürzen können! Betrachtet nur das Bild, das sie in ihrem Leichtsinn vor­stellt! Statt mit dem Lichte zu leuchten, stecken sie bey­nahe das Haus über dem Kopfe an. Doch, ich will Euch den ganzen Hergang der Sache erzählen.