fallen könnten."Wenn das ist/" beschloß Emil,da können wir's wagen, darüber zu gehn, denn fest und gerade gehn können wir alle beyde."

Mit diesen Worten machte Emil vorwärts, immer auf den Steig zu, und Wilhelm hinter ihm her. Aber der bedächtige Vater hatte es wirklich so gemeynt, wie er sprach, und mit vollem Recht hatte er sein bestimmtes Gebot gegeben. Bald bedauerten beyde Knaben ihren Ungehorsam. Kaum war Emil bis auf die Mitte ge­kommen, so brach der Steig. Da lag der Verwegene und schrie um Hülfe. Zum guten Glück brach der Knabe, wie ihr seht, nicht völlig durch, sondern er blieb in der Fuge des Bruches stecken. In der Nahe konnte sein Hülferuf von niemanden gehört werden; denn es befand sich keine lebende Seele daselbst, und gewiß hätte er in dem garstigen Sumpfe, dessen Wasser wie veraltete He- ringslake aussah, ertrinken müssen, wenn er völlig durch­gebrochen wäre. So aber gieng es noch an, daß ihm Wilhelm hinlängliche Hülfe leisten konnte. Ein beschun- denes Bein war alles, was er davon trug.

So halb glücklich laufen indeß ähnliche Wagstückchen nicht ab- Meist wird der Schaden größer, und Ihr, Kinder, dürft ja nicht glauben, daß Ihr auf eine so kleine Gefahr hin, schon einmal eben so unbesonnen han­deln dürftet. Wohl dem, der durch den Schaden andrer klug wird! Ganz klein, wie es wohl das Ansetzn hatte, war auch die Verletzung EmilS nicht. Die Ablösung der Haut erstreckte sich über das ganze Schienbein hinunter, und mit dieser Stelle des Fußes spast sich's nicht viel, weil hier die empfindsame Haut gleich unter der obern