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In des Richters Garten stand ein Apfelbaum, der zeitige und süße Früchte trug. Liesen Baum entdeckten unsre Knaben, Ihn entdecken und einen Anschlag aus seine wohlschmeckenden Früchte machen/ war eins. Tag und Stunde zum Besuch des Gartens wurden anberaumt, und das Werk nahm seinen Anfang. Durch öfteres Be» troffenwerden auf der That gewitzigt, nahmen sie ihre Maßregeln mit größter Vorsicht. Einer aus ihrer Mitte mußte nämlich Schildwach stehen, und Acht haben, ob jemand käme, um sie zu stören. Die andern beyden verrichteten die Dicbsdienste. Indem sie aber eben in der besten Arbeit waren, da ließ sich auf einmal ein Geräusch hören, als ob ein Mensch nach dem Garten zu käme, und sogleich gab die Schildwache das verabredete Zeichen. Run gieng es an ein Ausreißcn über Graben und Zaune davon. Karl kam glücklich wieder über den Zaun, siel aber, — wie Ihr ihn da seht, — hinterrücks in einen Graben, der um und um mit Hecken umgeben war, wobey er sich tüchtig verwundete, und einen derben Fall that. Wilhelm, der zweyte Bruder, blieb vor Angst im Zaune stecken, daß er sich lange vergeblrch würgte, um heraus zu kommen. Ferdinand, der Schildwachler, kam noch am besten davon. Er nahm keinen Schaden. Allein ein großer Bauerjunge holte ihn ein, brachte ihn zurück zu seinen Brüdern, und die ganze muntre Dorfjugend versammelte sich uin die Obstdiebe, nahm das edle Kleeblatt in die Mitte, und führte dasselbe im Triumph durch das Dorf bis zum Hause ihrer Eltern , die nun die neue Mahre von dem unrühmlichen Streiche ihrer Kinder zu ihrer großen Betrübniß erfuhren, und ihnen eine harte Strafe auferlegten.

