hatte einen großen Theil seiner Kriegsvölker verabschiedet und sah sich nun genöthigt, mit dem andern Theile, den er im Dienst behalten hatte, seine Länder von jenen Räubern zu reinigen.
Eine kleine Stadt, am Böhmer Walde gelegen, wurde ganz besonders von diesen Räuberbanden bedrückt; die Reisenden wurden nicht allein beraubt, sondern oft auch ermordet; die benachbarten Ortschaften wurden bei Nacht überfallen, geplündert und angezündet; genug, man sah alle Gräuel der Räuberei verübt, und es scheuten sich die Räuber selbst nicht, in das an dem Städtchen gelegene kaiserliche Schloß einzubrechen, den alten Schloßvogt mit seiner Frau und den wenigen übrigen Domestiken zu knebeln, und sich dort aller Sachen von Werth zu bemächtigen, die nur aufzufinden gewesen waren.
Das Städtchen hatte sich mit der Bitte um Schutz an seinen Landesherrn, den Kaiser, gewendet, und es war denn auch ein starkes Militair-Commando dorthin abgesendet worden, um die Räuber zu fangen und auf der Stelle hinzurichten.
Der Hauptmann, der das Commando befehligte, hatte sich in dem alten kaiserlichen Schlosse einquartirt und fand dort in dem Schloßvogt einen Mann, der ihm sehr wohl behagte. Der Schloßvogt hatte früher unter Wallensteins Truppen als Feldwebel gedient, er war einer von denen, die den unglücklichen Feldherrn in Eger überfallen und ermordet hatten, und hatte nun zum Lohn für diese That den Posten eines kaiserlichen Schloßvogtes hier erhalten. Er war ein alter, verschmitzter, unternehmender Kopf, und wie er selbst versicherte, der treueste Diener seines Herrn. Seine Frau hingegen furchtsam und schwatzhaft, stand unter der unbedingten Gewalt ihres Mannes, und war gewöhnt, nur seinem Winke zu folgen. Sie hatten einen Sohn, der früher auch unter dem kaiserlichen Heere gedient hatte, ebenfalls entlassen worden war und sich jetzt bei ihnen als Gehülfe des Vaters aufhielt. Er war ein großer, kräftiger Mann, hatte

