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Ich wählte nun, abee aus Bescheidenheit eine Nadel mit ganz dunkelgrauem Knopf, die mir eigentlich gar nicht gefiel. Als der Fremde das Ergebniß meiner Wahl sah, lächelte er auf besondere Weise, sagte jedoch nichts, sondern zog eine kleine buntfarbige Muschclnadel aus dem Etui mit den Worten: „Man muß etwas für alle Zeit haben; diese Nadel ist für die Wochentage, jene für den Sonntag." Ich dankte überrascht, dachte aber „umgekehrt!" Später erfuhr ich, daß die unscheinbare Muschel, wofür ich sie hielt, eine echte schwarze Perle ist, und ich folglich gegen meinen Wunsch nicht bescheiden gewesen war. Die Baronin lachte, als ich mit ihr darüber sprach: „Der rechte Takt," sagte sie, „ist, die Mittclstraße treffen. Hättest Du die kleine buntfarbige Muschel gewählt, so wäre es ganz recht gewesen; Du wolltest übertrieben bescheiden sein, wähltest, was Dir gerade nicht gefiel, und nahmst das Kostbarste. Ein seiner, ta^ 'oller Mensch darf sich seinen Eingebungen überlassen, den» sie werden ihn richtig leiten. Jede Künstelei hat ihr Bedenkliches. Uebrigens muß ich doch sagen, daß Du ei» Glückskind bist; gar Manche können durch die Welt reisen, ohne beschenkt zu werden, und Du hast schon einen Blumenstrauß und zwei hübsche Nadeln davon getragen, und durstest Beides ohne Bedenken annehmen. Dergleichen kann sich nur zutragen, wenn man, wie Du, erst an der Schwelle der Jugend steht."
Im Gasthofe, wo wir übernachteten, war es wunderhüsch; das zerstreute mich, denn eigentlich war ich sehr traurig und hatte Heimweh. Später kam ein sehr schönes Abendessen, und das zerstreute mich auch etwas, und überdies hatte ich großen

