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und so fühle ich mich im Vaterland- verlassener, als in Ostindien." — Er wollte eine auffallende Begebenheit erzählen, als die Baronin ihn unterbrach und lächelnd sagte: „Das haben Sie mir schon einmal erzählt." „Ich Ihnen? wo? wann?" fragte der Fremde mit große» Augen. „Vor zwei Jahren; auf der Eisenbahn zwischen Leipzig und Dresden. Damals kehrten Sie zuerst in Ihr Vaterland zurück."
Der Fremde lächelte nun auch und rief sich die Züge der Baronin zurück. „Es ist eine merkwürdige Erscheinung," sagte er, „daß Frauen weit mehr die Gabe besitzen, sich Gesichtszüge und Mittheilungen einzuprägen. Vielleicht kommt dies daher, daß sie gewohnt sind, nie müßig zu sein, und daher stets die Zeit auf irgend eine Weise benutzen."
Mir erzählte der alte Herr viel Belehrendes über Ostindiens Thier- und Pflanzenwelt; zuletzt kam ich auf meine Liebhaberei, Muscheln und Steine. Er zog ein Etui hervor, in welchem sich, auf weißem Atlas gesteckt, eine Menge Vorstcck- nadeln befanden; der Knopf jeder Einzelnen war durch eine Muschel oder einen farbigen Stein gebildet.
Nachdem ich diese Schätze bewundert hatte, bat er mich, mir eine Nadel auszuwählen. Ich zögerte bestürzt, da sagte er freundlich: „Es macht mir Freude, diese Dinge, welche ich größtentheils selber gesammelt, fassen zu lassen; begegnet mir dann ein hübsches Kind, welches mir gefällt, so beschenke ich es damit; die Jugend ergötzt sich »och an Dingen, welche dem Alter ganz entbehrlich sind. Von einem alte», einsamen Manne darf ein fröhliches Kind gerne ein kleines Erinnerungszeichen annehmen."

