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Herr Steenhold wird immer ungezwungener in seinem Benehmen, und das gefällt mir eigentlich nicht; mir scheint, er müßte viel höflicher und aufmerksamer sein, seit Fräulein Chabelle und Agnes so freundlich für ihn sind. —
Im Umsehen schlug es acht Uhr, der Wagen fuhr vor, und der gute, alte Herr von Roden sang mit komischem Pathos: „Geschieden muß sein!" Bevor er in's Schloß ging, dort Abschied zu nehmen, sagte er uns Lebewohl. Er hatte meine beiden Hände gefaßt und als sein Sohn nahe trat, Abschied von mir zu nehmen, legte er meine eine Hand in die seinige, so steif, als ob ich eine Marionette wäre. Wir lachten Alle darüber und das belustigte ihn sehr. Ich weiß nicht, wie Vater und Sohn fortkamen, es kam so schnell und ich hatte noch Vieles sagen wollen, und sagte doch nichts.
Später wurden wir alle Drei zur Baronin gerufen; sie war sehr ungehalten darüber, daß Herr Steenhold an unserem Frühstück Theil genommen hatte, und sagte, was wohl eigentlich Fräulein Chabelle galt, wenn junge Damen sich nicht zu benehmen wüßten, müsse man junge Männer aus dem Hause entfernen.
Der gute, alte Pastor ist noch immer krank; wir sind oft dort gewesen, uns zu erkundigen, wurden aber niemals vorgelassen. Gestern brachten wir abermals ein Körbchen mit Erfrischungen in die Pfarre und da ward uns gesagt, daß der Pastor uns sehen wolle. Die Thür zu seinem

