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für Andere rührte, wollte Kaffee und Zucker tragen! Ich sagte es dem Diener und eilte dann in Fräulein Sophiens Zimmer, ihr den Frübstücksplan mitzutheilen, der mir dadurch berechtigter erschien. Sie meinte, es sei nichts dagegen einzuwenden und die Baronin werde es wohl gut heißen.
Als ich aus Fräulein Sophien- Zimmer kam, hatte der Diener bereits alles Geräthe in die Laube getragen, und ich ging mit leeren Händen zurück, nur mein Strickzeug tragend. Als ich erschien, sagte Fräulein Chabelle lachend: „Sie allein haben Nichts getragen? Das sieht Ihnen so recht ähnlich!" Das Blut stieg mir ein wenig zu Kopfe, aber ich schwieg. Herr von Roden entgegnete lächelnd: „Dann muß Lorchen sich hier sehr verändert haben, denn in meinen Augen ist sie stets das fleißigste, gefälligste, liebenswürdigste Mädchen gewesen, welches ich jemals gesehen habe." Ich ward sehr roth, aber sagte lachend: „O, Sie übertreiben Beide."
„Da ist Herr Steenhold!" rief Agnes und zeigte zu einem Fenster hinaus. Fräulein Chabelle zog ihre Lorgnette hervor. „Steenhold? Er muß mit unö frühstücken!" Ohne Weiteres winkte sie ihm herab zu kommen, was ich recht unpassend fand, aber in zwei Minuten war er bei uns. Mir blieb beim Bereiten des Frühstücks kein Geschäft; Agnes, die sonst nie etwas that, bereitete den Thee, Cha- bclle den Kaffee, ich saß neben Herrn von Roden, der meine Hand gefaßt hatte, und diese sanft streichelte. Es ist wunderbar, wie Vieles man ausdrücken kann, wenn man gleichwohl gar nicht spricht, und ick war gerührt und getröstet.

