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möchte keine Stunde später bei seinem Herrn eintreffen, der ihn zuverlässig noch diesen Abend erwartet. Die Sonne steht bereits im Mittag und er hat bis zur Wohnung des Herrn Collini, seines Principals, noch eine ziemliche Strecke zurückzulegen.
Der menschenfreundliche Antonio kann nicht an seinen armen Mitmenschen vorübergehen, ohne seine Theilnahme ihnen zu bezeugen, sich nach ihren Leiden zu erkundigen, ihnen von seinen Ersparnissen ein Almosen darzureichen und ein Wort erhebenden Trostes zu ihnen zu reden; auch an der Ruine hat er sich etwas zu lange aufgehalten, er muß mache», daß er die versäumte Zeit wieder einholt und seinem Herrn das Wort hält.
Der gemeinsame Weg führt uns nach Neapel, Italiens größter Stadt, durch ihre Lage an dem schönen Meerbusen gleichen Namens unter ihren europäischen Schwester» eine der schönsten. Es ist hier nicht der Ort, ihre ganze Herrlichkeit zu schildern, ihre Sehenswürdigkeiten aufzuzählen, welche jährlich Tausende zn Wasser und zu Land aus allen Theilen der Welt zur Betrachtung heranzieht, dieselben mit Bewunderung ersüllt, ihnen ihren kürzeren oder längeren Aufenthalt unvergeßlich macht und für ihr ganzes Leben ihnen in der Erinnerung stets die erhebendsten Genüsse gewährt. Uns zieht unter den 40,000 Häusern der Hauptstadt des Königreichs beider Si- cilien nur das Hans an, welches in der größten und schönsten Straße Neapels, nämlich in der 13,000 Schritte langen Straße de Toledo steht, und unter den 350,000 Einwohnern nehmen wir nur von einer einzigen Familie nähere Notiz und zwar von der, in deren Kreis wir bald Antonio erblicken sollen.
Die Sonne hatte sich in den Fluchen des Meeres untergetaucht und von Westen her wehte ein sanfter Wind nach der

