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Stadt hin, um deren Bewohnern nach der Schwüle des Tages eine angenehme Kühle zu gewähren. Die Fenster der Wohnungen wurden geöffnet. Man begab sich hier und da auf das glatte Dach des Hauses oder hatte den Balkon aufgesucht, um von hier aus in die Straßen zu schauen, auf welchen es gar lebendig wurde, denn Tausende zogen aus, verließen ihre Wohnungen, um entweder in den Straßen herumzuspazieren, oder nach dem Hasen zu eilen, um hier in tiefen Zügen die frische Seeluft zu genießen, oder eine Barke zu besteigen und durch deren schwellenden Segel in dem prächtigen Meerbusen sich hin- und Hertreiben zu lassen. Ucberall herrschte ein frohes Leben!
Um diese Stunde hielt Antonio seinen Einzug in die Stadt. Je näher er dem Ziele kam, wo er seinen Pilgerstab hinzustellen gedachte, desto öfter wurde er freundlich von Spaziergängern begrüßt. „Guten Abend, guten Abend, Antonio!" war der Zuruf seiner Bekannten und Freunde, deren er unter den verschiedensten Ständen nicht wenige zählte. — „Der brave Junge," sprach Mancher, „bleibt treu seinem Gelübde; er ist wieder an dem Grabe seiner Mutter gewesen und hat in Rom dem Herrn sein Dankgebet zum Opfer dargebracht. Er hätte nicht mehr nöthig, das unansehnliche Pilgergewand anzulegen; auch könnte er nach Rom sich fahren laffcn in Collini's herrlicher Carosse, aber Ehre ihm, er bleibt in seinem Glücke hübsch demüthig und vergißt nicht, daß er einst das Kind einer armen Wittwe, der Sohn eines Taglöhners gewesen ist!"
Unter der herzlichsten Erwiederung der Grüße nach rechts und links hin hatte Antonio die palastähnliche Wohnung Collini's erreicht. Mit Ungeduld wurde er hier schon erwartet. Gerne hätte auch Collini mit seiner Gemahlin eine Spazierfahrt inö Freie unternommen, aber Antonio war noch nicht zurückgekehrt.

