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Ost hatte Isabella, so hieß Collini's treffliche Lebensgefährtin, den Balkon betreten und die Straße hinaufgcblickt, welche Antonio herunterkommen mußte, aber vergebens. Als indessen die Sonne untergegangen war, öffnete sie die Flügelthüre, die zum Balköne führte, trng einen Sessel aus dem Saale heraus und ließ sich auf ihn nieder, um hier die Rückkehr Antonio's zu erwarten.
„Guten Abend, guten Abend, Antonio!" rief nun gar bald auch von dem Balköne herunter eine freundliche Stimme dem frommen Pilger zn, der mit eilenden Schritten dem Hause Collini's sich näherte. Aber sogleich war nach diesem Zurufe die Frauengcstalt wieder verschwunden. Isabella wartete es nicht ab, bis Antonio zu ihr hingetreten, sie wollte ihn nicht die Treppen heraufsteigen lassen, daher eilte sie in das untere Stockwerk des Hauses, wo sie ohnehin schon längst Anstalten getroffen hatte, um den müdcgewvrdenen Wanderer zu erquicken.
„Wie freue ich mich, daß du wieder da bist; ich habe schon lange deiner geharrt," sprach Isabella, indem sie ihm die Hand darreichte. „Komm', mache es dir jetzt bequem, mein Lieber!" fuhr sie fort, indem sie ihm den Mantel von der Schulter zog, ihn bei der Hand nahm und zum Sofa hinführte, „hier laß dich nieder, du bedarfst der Ruhe; mein Gott, wie rinnt dir der Schweiß von der Stirne, wenn dir deine Pilgerfahrt nur nicht nachtheilig wird!" — Hierauf setzte sich Jsa- bclla neben Antonio, reichte ihm eine Erquicknng vom Tische und forderte ihn auf, ihr zu erzählen, wie es ihm auf der Pilgerreise ergangen sei.
„Nun Antonio, du zögerst! — was ist dir? — du fühlst dich doch nicht unwohl? — was hast du auf dem Herzen, das dich nicht sprechen läßt?"

