22

nachwies. Sie nannte ihn daher als einen Altersgenossen doppelt willkommen, lächelte ihn freundlich an und meinte, dieser Kamerad halte ordentlich zu ihnen, ja es kam ihr vor, als sie sein Bild- niß näher in's Auge faßte, es war zufällig ein französischer Franke mit dem Brustbilde des menschenfreundlichen Königs Ludwig des XVI., der die weite Reise nach Bellctri gemacht hatte, der neue Bekannte erwiedere ihre Freundlichkeit und wisse von ihrem Vorhaben und spräche zu ihr:Ja, ja, ich will dir dein Häuschen bauen helfen; sei nur recht sparsam und mache nur, daß du und dein Mann noch recht viele meiner Bruder kriegt und sonstige Vettern und Basen!" Bemerkt hatte es Autouio's Mutter schon damals, daß das Geldstück etwas gelblich angelaufen war. Sie erklärte sich diese Er­scheinung ganz natürlich; war doch der Franke schon so alt wie sie selbst, also kein Jüngling mehr; die Jugendfrische und der Jugendglanz war dahin und die Kerkerlust macht bleich und gelb, es schien als wenn er eben das Geschick hätte haben sollen, nur in Sparbüchsen seine Lebenszeit hinzubringen.

Ehe jedoch der Franke wieder in die Büchse gethan wurde, nahm Margarita aus der Kiste eine Scheere und gravirte mit deren Spitze, so gut als sie es vermochte das Zeichen des Kreuzes ein. Es sollte nach ihrem Sinne nicht allein das Wiedercrkeunungszeichen sein, wenn sie ihn später einmal wieder zu Gesicht bekäme, sondern sie hatte zugleich auch an das heilige Kreuz gedacht und meinte damit dem Geldstück eine besondere Weihe zu geben. Sie hatte den Glauben, an diese erste Ersparniß knüpfe sich ein nicht geringer Segen. Als Mar­garita mit dieser Graveurarbcit fertig war, hatte sie noch eine besondere Freude; dieses Kreuz stach gegen das glanzlose Gelb des Franken ausfallend ab, sein Silberblick strahlte durchs Auge