2 t

klein oder groß, und dem eS überhaupt gar leicht ist, einen Armen reich zu machen."

Dn hast Recht, Giuseppe," erwiederte das Weib, mit einiger Beschämung und bereuete es, nicht schon an jenem Tage ihrem Manne ihre Gedanken mitgetheilt zu haben;ich will mir merken, was dn mir so eben gesagt hast; ja wir wollen dem unsern Dank zollen, der uns so reichlich gesegnet hat." Antonio's Eltern thaten dies auch mit aufrichtigem Herzen.

Es war nicht das Erstemal, daß Ginscppo gegen dc» aber­gläubischen Sinn seines Weibes zu Felde zog; in früherer Zeit war ihm weit öfter Gelegenheit dazu gegeben worden. Wie Margarita dem Wahne sich hingeben konnte, als wenn außer dem allmächtigen Gott, der Himmel und Erde regiert mit seiner starken Hand und alle Geschicke der Mensche» lenkt nach seinen weisesten Ratbschlüssen, ohne dessen Will: kein Haar von unserem Haupte fällt, noch andere unsichtbare Geister oder gar Menschen mit übernatürlichen Kräften auf das Leben des Menschen günstig oder nachtheilig einwirken könnten, wird uns erklärlich, wenn wir erfahren, daß sie in ihrer frühesten Kindheit bei einem alten Weibe aus- und einging, das in ihrer nächsten Nachbarschaft wohnte und die Leichtgläubigkeit der Menschen benützte, um durch allerlei betrügerische Künste sich Vortheile zu verschaffen. Nie hatte Margarita a s Kind »nd sväter noch als Mädchen die Hexenküche der Alten, in der sie ihre sogenannten Zanbcrmittel aufbewahrte und gar manche Quacksalbereien braute, betreten, ohne einen geheimen Schauer vor ihrer Macht zu empfinden und hatte sie so fest an diese ihre Macht, die sehnlichsten Wünsche des menschlichen Herzens erfüllen zu können, und an ihre Kunst, die verschiedenartigsten