Gebrechen nnd Mangel des menschlichen Leibes zu heilen, geglaubt, daß sie sogar als herangewachsene Jungfrau einer eitlen Freundin einen Dienst damit zu erweisen suchte, daß sie sich von ihrer alten Jugendbckannten ein Gebräu anSbat, das, wie sie zuversichtlich hoffte, den großen Pfefferflccken, der das sonst wohlgebildete Angesicht der Freundin doch etwas entstellte, vertreiben werde. Solche Eindrücke, empfangen in den Tagen der Kindheit, haften tief; so leicht werden sie nicht ausgemerzt. — Doch laßt uns nun nach Erzählung dieser Anekdoie, aus dem Jngendlcben der Margarita, welche durch die Belehrungen ihres Mannes weiser geworden war, zu unserer Hauptgeschichte zurückkehren.
Nach dem kurzen Zwiegespräch der beiden Ebeleute wurden nun die Münzen sortirt. Es war eine bunte Gesellschaft von Münzen, welche sich im Lanfe von acht Jahren in der Büchse versammelt hatten und in dieser Zeit im tiefsten Frieden nebeneinander nnd aufeinander lagen, während die Herren und Gebieter , welche zu dem größten Theile der Münzen ihre Kopf- bilder hergaben, sich untereinander bekriegten und es in ihren Ländern brünier und drüber ging.
Achtete man auf die Nationalität der Münzen, so war gar manches Volk vertreten. Da waren zu sehen in größerer Anzahl die Landsleute aus Nord-, Mittel- und Unter-Italien; nach ihnen waren die Franzosen am zahlreichsten; dann fanden sich einige Spanier darunter, desgleichen mehrere Schweizer und auch einige Oesterreicher. Nahm man Rücksicht auf die Würde der LandeSherrn, deren Bildnisse auf den Münzen zu schauen waren, so hatte man Päbstlich-, Kaiserlich-, Königlich-, Herzoglich- und Fürstlich-Gesinnte, aber unter ihnen lagen auch einige Republikaner. Es war das Geldhänslein überhaupt so

