blühende Blumen gefunden wurden, wenn die Federröschen und die Rosenbäumchen, die Masliebchen und die Primeln schon längst verblüht waren.
Diese Blumenländer sollten indessen zugleich noch einen andern Zweck erreichen helfen. Es waren dieselben gleichsam zwei Blätter im Buche der Natur, in welchen Margarita ihren kleinen Antonio lesen lehrte. Der Knabe lernte diese Schrift gar wohl verstehen. Er horchte aufmerksam zu, wenn die fromme Mutter mit ihm von dem Schöpfer aller Dinge sprach und ihm die Allmacht, die Weisheit und die Güte Gottes an den herrlichen Blumen nachwies, und in seinem kindlich gläubigen Gemüthe regten sich mächtig die Gefühle der Ehrfurcht vor dem großen mächtigen Gott, der aus einem so kleinen unansehnlichen Samenkörnchen, das er die Mutter säen sah, eine so schöne prachtvolle Blume hervorgehen ließ ; er staunte an dessen Weisheit, wenn ihm gesagt wurde, wie diese Pflanze durch ihre Wurzeln Nahrung ziehe aus dem Boden der Erde und wie ihre Blätter den Morgen- und Abendthau aufsaugten und wie die wärmende Sonne das Wachsthum befördere und den neuen Blumensamen zur Reife bringe, damit von Jahr z» Jahr jegliche Blumenart sich wieder von Neuem zeige, wenn die Blume selbst ihr Haupt zum Tode neige und wieder zu Staub und Erde werde. Und so oft sich Antonio so recht von Herzen freute, wenn er des Morgens in den Garten kam, mit seine Blumen zu betrachten und dann wieder in's Haus zurücklief mit dem jubelnden Rufe: „Mutter, komm' nur» einmal mit und sieh' doch, die Blumenknospe, die gestern noch geschlossen war, ist aufgegangen!" und er die Mutter bei der Hand nahm und sie mit sich fortzog, immer dringender bittend: „Komm' doch, komm' doch! liebe Mutter!" — und Margarita

