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Unter dem Spiegel hing ein Kreuz, ein Kunstwerk, das dem kleinen Antonio aste Ehre machte und am meisten verrieth, daß in dem Knaben ein Talent schlummere, das werth sei, spater einmal durch einen tüchtigen Meister ausgebildet zu werden. Mit großem ausdauerndem Fleiße hatte er die dazu gewählten kleinen Orangen — welche trocken, ja hart wie Steine waren — durchbohrt, die Löcher gleich weit gemacht, nud glatt gearbeitete Stäbchen durch sie hindurchgesteckt und auf die äußersten Enden der beiden ins Kreuz gelegten Stäbchen etwas größere Orangen aufgesteckt. Das war aber die gröbere Arbeit, die feinere bestand darin, daß er mit unermüdlicher Geduld allerlei regelmäßige Figuren auf den Orangen anbrachte, abwechselnd ein- gravirte oder erhabene Arbeit. — Einen Wasserkrug bildete er aus Lehm und steckte einen ausgehöhlten Holluuderstab hinein, der gerade so viel Wasser zu fassen vermochte, als nöthig war um die drei kleinen Trinkgläser, welche durch Nußschalen dargestellt wurden, voll zu gießen. Teller und Schüsseln wurden in Menge aus Melouenschalen herausgeschnitten, desgleichen die nöthigen Löffel; Messer und Gabeln aber aus Holzspänen geschnitzt.
Als das Zimmer vollständig ameublirt und das nöthige Geschirr verfertigt war, da schauete Antonio sein Werk an und in seinen Augen leuchtete die Freude und er stellte Alles in hübsche Ordnung auf, wie er die Mutter es täglich thun sah, lief dann hinein iuS Haus und bat die Mutter sowie den Barer, welcher heute daheim war, mit ihm zu kommen. „Das Zimmer ist fertig!" sprach Antonio zu den Eltern, „ihr könnt jetzt Alles sehen!" Indem aber der Knabe Vater und Mutter bei der Hand faßte und sie nach dem Nußbaum führte, lag der Gedanke ihm fern, von denselben ein Wort des Lobes zu ver-

