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freund zum Opfer. Schmerzliche Thränen, es waren Thränen der Liebe und Dankbarkeit, weinten die Bewohner des Häus­chens, zu dessen Erbauung der Verstorbene so viel beigetragen halte. Mit ihm wurde zugleich ein Theil ihrer Hoffnungen zu Grabe getragen. Die Aussicht auf eine zweckmäßige Unter­stützung, die er den Eltern Antonio's eröffnet hatte, für die Zeit, wo ihr Sohn sich für die Wahl eines bestimmten Lebcns- bcrnfs entscheiden würde, war verschwunden. Giuscppo und Margarita waren jetzt wieder allein auf ihrer Hände Arbeit hingewiesen, die Mittel zu erschwingen, um Antonio ein Hand­werk lernen zu lassen, daS für die Zukunft feine Existenz sichere. Aber auch in dieser Beziehung waren Gottes Gedanken ganz anders.

Mit dem folgenden Jahre kehrte um die nämliche Zeit dieselbe Krankheit wieder und zwar mit noch größerer Heftig­keit als daS Jahr zuvor. Kein Haus blieb verschont; jede Familie hatte den Tod eines theuren Angehörigen, oft mehrerer Glieder zu beklagen. Jedes Alter ward diesmal ergriffen, und grade die stärksten und gesundesten Leute erlagen ihr am ersten. Ein allgemeines Wehklagen erfüllte die Stadt. Jeden Tag sah man auf dem Friedhofe die Hügel der Gräber sich mehren. Seit Menschengcdenken war die Sterblichkeit nicht so groß ge­wesen. Die Straßen und Gassen der Stadt waren wie auS- gestorben. Wer Einem etwa begegnete, wankte wie ein Schatten dahin; ihn hatte entweder die Krankheit, von welcher er wieder genesen, so sehr geschwächt, oder es zehrte an ihm der nagende Kummer, den das Herz des Menschen empfindet, wenn das Theuerste, das der Mensch auf Erden besitzt, ihm durch den Tod entrissen wird. Erst nach Verlauf von drci Monden hörte man nur noch von einzelnen Todesfällen und schon schien es,