68

Lippen. In dieser Lage blieb sie von Mitternacht an bis gegen Morgen, wo ihr ehemaliger MiethSherr, Tioolani der Tischler, hereintrat, um nachzusehen, welchen Verlauf die Krankheit Giuscppo'S nehmen werde.

Es war ein ergreifender Anblick, der sich dem Hercintre- tenden darbot. Die Ocllampe auf dem Tische war am Er­löschen. Eine tiefe Stille herrschte im Zimmer. Sein erster Blick richtete sich auf Giuscppo; die Todesblässe seines Ange­sichts, das gestern noch die Fieberhitze glühen machte, ließ ihn nicht im Ungewissen daß er sich in einem Sterbehause befinde. Aber wie, ist denn hier keine lebende Seele mehr! Margarita, Margarita! Antonio, Antonio!" rief Tivo- lani mit ängstlicher Stimme.

Margarita hörte wohl diesen Zuruf, wußte, daß es der Tischler war, auch war ihr ein großer Trost, daß der alte Freund in ihrer Nähe war, daß eine thciluehmcnde Seele sie um sich hatte, aber es war ihr nicht möglich ihn nur anzublicken, nicht möglich, ihm eine Antwort zu geben.

Um GottcSwillcn, Margarita! was ist Euch? Echt mich doch an, ich bin ja da, Euer alter guter Freund!

-Kommt doch zu Euch! Ach! Gott, ja, es hat

Euch ei» schweres Unglück getroffen, eS ist wahr; aber was ist denn zu machen, man muß es ertragen; es ist Gottes Wille,

in dc» müßt Ihr Euch finden.- So hört mich doch,

Margarita, Ihr seid ja doch ein frommes Weib und wißt ja, daß Gott Euch nicht verlassen wird; Margarita, ich bitte Euch, hört mich doch!"

Da verhüllte Margarita mit beiden Händen ihr Angesicht und verblieb nun in dieser Stellung, während Tivolani sich über die Leiche hiuwcgbog, um nach Antonio zu sehen, der