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Da aber weinte Margarita lauter und heftiger und sprach: «Ach, Antonio, dein guter Vater hört mich nicht mehr weinen."
Acngstlich sah Antonio jetzt nach dem Bette hin, und da er sah, daß Tivolani sich auf den Rand desselben niedergesetzt hatte und auch das Gesicht mit seinen Händen bedeckte und über ihn hinwegblickend nicht mehr den Vater, wohl aber dessen Angesicht mit dem Lcintnche verhüllt sah, da ahnte er nicht mehr das große Unglück, das ihn und die Mutter betroffen hatte, da war .ihm dieses Gewißheit, da rief er jammernd aus: « Ach, Gott! — Mutter! — der Vater ist gestorben! " — und da die Mutter auf diesen Ausruf keine Antwort hatte, wohl aber Thränen, da umschlang Antonio mit seinem Arme den Hals der Mutter, legte sein Haupt auf ihre Brust und vergoß die schmerzlichsten Thränen.
Tivolani störte Margarita und Antonio nicht in diesem heftigsten Schmerze; er ließ die arme Wittwe und das halbverwaiste Kind sich ausweinen. Ach! ihr Verlust war ja so groß, war unersetzlich, und der Natur muß ihr Recht widerfahren. Gott selbst hat ja dem Menschen die Thränen zur Erleichterung des Schmerzes gegeben. Auch wußte er, daß Margarita, sich wieder ermannen werde, sobald nur die erste stürmische Aufregung ihrer Seele vorübergegangen sein würde. Er hatte sich nicht geirrt. — Als bei Margarita diese ersten Thränen versiegt waren, spiegelie sich in ihren Augen schon ab, welche Gedanken in ihrer Seele wach geworden waren. Sie betrachtete das schwere Geschick, das über sie und ihr Kind hereingebrochen war, als von Gott über sie verhängt; sie erkannte , wie es daher das Beste für sie sei, die schwere Last, die ihr auferlegt worden sei, mit Geduld und Ergebung zu tragen und vertraute auf die Hülse Gottes, der ja getreu ist

