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tiefste Mitleiden mit ihr zu empfinden. — Raschen Schrittes und immer heiteren Sinnes sah man sie stets cinhergehen; Arbeit war ihr eine Freude und es war eine wahre Lust ihr zuzusehen, wie sie von der Frühe des TagcS bis zum späten Abende die Hände geschäftig regte und wie ihr munterer Fleiß auf eine ganze Arbeitergesellschaft einwirkte, so daß die von Natur Trägeren rühriger wurden und mehr leisteten und dadurch sich die Zufriedenheit der Arbeitgeber erwarben, welche ihrerseits auch wieder gute Dienste besser belohnten. — Aber jetzt? — Ach großer Gott, welche Veränderung war mit der sonst so fröhlichen Taglöhnerin vorgegangen! — Wie ward ihr das Gehen immer schwerer, wie oft blieb sie stehen um zu ruhen, besonders wenn die Wege sie bergan führten! — Und wenn sie in den Häusern hier und da oder auf dem Felde oder im Garten arbeitete, wie ermüdete sie so bald; wie oft mußte sie wieder heimkehren, wenn sie einen Morgen lang in der Stadt gearbeitet hatte, um den Nachmittag von der allzu großen Anstrengung auszuruhen.
Der Verdienst war daher in den übrigen Monaten des unglücklichen Jahres nur sehr gering; ebenso gering war der Betrag des Gartens. Eine allzulang andauernde Hitze hatte auf die Pflanzenwelt nachtheilig eingewirkt. Die Citronen- und Orangenbäume, obgleich sie reichlich geblüht hatten, trugen nur wenige Früchte. Die meisten Blüthen waren abgefallen, ohne Früchte angesetzt zu haben. Die Gemüse, welche im Garten gezogen wurden, gewährten nur die tägliche Nahrung; für den Winter konnten keine Verrathe gesammelt werden. Die Wittwe sah mit ihrem Knaben einer traurigen Zukunft entgegen. Als die Winterzeit herankam, sah sich Margarita genöthigt, die Ersparniß anzugreifen. Mit schwerem Herzen wurde die Büchse

